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Es grünt so grün in Guadeloupe

Nun sind wir in Guadeloupe. Noch immer französisch, noch immer Euro. Habe heute die Kinder eingepackt und bin mit öffentlichen Verkehrsmittel quer über die Insel gefahren. Die ach so grüne Insel. Da fehlen mir einfach die Worte. Bananen, Mangos, Papayas wuchern wild neben Bambus und Kakao, eingewickelt in Mangroven und Lianen und übersät von schmarotzenden Schlingpflanzen. Ein undurchdringlicher Regenwald-Dschungel bildet das Kernstück, nur durchschnitten von kleinen Straßen, kurvig und steil, die von wild hupenden Autos und Bussen befahren sind. Und immer wieder weite Zuckerrohrfelder. Natürlich gibt es hier keine Anschnallgurte in den Minibussen, auch Handytelefonieren ist bei Busfahrern üblich und Geschwindigkeitslimits sind hier ebenso irrelevant wie zu Hause. Die Fragen der Kinder, warum das so sei, ob das Fahren hier weniger gefährlich, das Handytelefonieren weniger ablenkend sei, kann ich leider nicht beantworten. Man braucht halt ein bisschen Mut in dieser schönen neuen Welt. Die "Regellosigkeit" beschäftigt die Kinder sehr. Auch mir fällt auf, dass man sich schon viel zu sehr an die omnipräsenten Gesetze und Regeln des Alltags gewöhnt hat. Man schaut mittlerweile irritiert, wenn Hunde am Badestrand sind, wenn man Bojen einfach verwenden darf, ohne Fragen und ohne dass jemand zum Kassieren kommt. Man fragt sich, warum der Tag hier nur drei aktive Stunden hat. Den Rest der Zeit wird gegessen und für Wartezeiten verwendet. Man hat hier keine Eile. Immer wieder versuche ich prozessoptimierned einzugreifen, bis mir wieder einfällt, dass es weder gewünscht noch notwendig ist. Also warte ich geduldig 45 Minuten, bis die zwei Damen bei der Post ihre Gespräche beendet haben und dann weitere 45 Minuten, bis sie herausgefunden hat, was Breifmarken auf Postkarten nach Europa kosten - hat sicher noch keiner vor mir danach gefragt. Ich sehe auch ein, dass Geschäftszeiten relativ sind, Busse keine Abfahrtszeiten brauchen - "Schau doch im Internet, Mama!", schlagen die Jungs vor und eine wundervolle Bucht voller Segelschiffe keine Bar braucht, weil sie einfach keiner betreibt, auch wenn hier ein Vermögen zu verdienen wäre. Geduld ist also die Tugend dieser Reise - ich gebe mir Mühe.

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Kommentare: 1
  • #1

    Georg (Donnerstag, 05 März 2015)

    Das klingt ja traumhaft das wäre jetzt genau das richtige für mich die Fotos sehen nämlich auch spitze aus.