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Germany is lost

Hot Tub Talk at its best

Habe ich gestern im Hot Tub erfahren. „How could Angela Merkel do it? We thought she was a smart women.“ Ich habe eine Weile überlegt, was er meinen könnte. Doch dann fuhr er fort. „Five more years, and Germany will be taken over by the Muslims. How could you let her do it?“ Da habe ich erst verstanden. Er sprach von den Flüchtlingen. Ich versuchte ihn freundlich darauf hinzuweisen, dass wir das als Akt der Menschlichkeit verstanden hätten, als Notwendigkeit, Menschen in Not Obhut zu gewähren und dass das sicherlich jeder Mensch, der seine Familie liebt, genauso sehen müsste. Aber er schüttelte vehementen Kopf, nein, nein, Menschlichkeit begänne im jeweiligen Land und man müsse nur auf sich und seine eigenen Kinder schauen!

Jetzt kann ich mir endlich vorstellen, wie das Land seinen Präsidenten bekommen hat. 

 

Aber vielleicht ist es auch an der Zeit, seinen Eurozentrismus, seine Euroganz etwas abzulegen. Sich immer ein bisschen besser, gesünder, kultivierter und gebildeter zu fühlen als die Bevölkerung des nordamerikanischen Kontinents. Wie schnell suhlt man sich in diesem Gefühl, dass Europa die Wiege der Menschheit sei. Dass man nur als Europäer vernünftig isst, sich korrekt verhält und wahre Bildung genießt. Man versteckt sich gerne und leicht hinter dieser Überheblichkeit, um sich weniger mit der einem oft sehr fremden Gastkultur auseinandersetzen zu müssen, um prinzipiell der etwas bessere Mensch zu sein. Doch wie heißt es? When in Rome, do as the Romans do. Also werden auch wir in den nächsten Wochen Supersize Cokes als Getränk betrachten und Chips als vollwertige Mahlzeit. 

Und auch wir werden versuchen, den Eindruck zu vermitteln, als machten wir Urlaub im Paradies während um uns herum noch immer die völlige Zerstörung durch Hurricane Matthew herrscht. Es ist faszinierend zu sehen, welche Naturgewalten hier gewütet haben müssen. Kein Dach ist mehr ganz, kein Zaun befestigt, kein Strassenschild rechtwinklig und die Bäume sind größtenteils umgeknickt. Dazu kam gestern ein kleinerer Waldbrand, bei dem ein etwas überforderter Feuerwehrmann stand und auf die Flammen pinkelte. 

 

Unsere Kinder jedoch sind begeistert. Sie finden Zerstörung spannend, Feuer cool und Chaos faszinierend. Sie sehen nicht die Trümmerhaufen, in denen wir uns bewegen. Sie sehen nur Geschichten, die sie in ihrem Kopf weiterspinnen können und ihren Freunden erzählen. Irgendwie beneidenswert 

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