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Supersupersupermarkt

Über schmutzige Menschen und saubere Portionen. Mein Tag  in der Zivilisation.

Da sitze ich nun, mitten in der Nacht. Um mich herum tobt ein Gewittersturm, der Wind drückt gegen uns als wollte er das Schiff dringend verschieben und draußen schaut es aus, wie in einer Waschmaschine beim Schleudergang. Es rüttelt und schüttelt und donnert und blitzt. Wie alle anderen an Bord so ruhig schlafen können, weiß ich nicht. 

Da wir heute mal wieder Süßwasserzugang hatten, habe ich das Schiff gereinigt. Ich habe immer ein schrecklich schlechtes Gewissen, wenn ich in diesen warmen Ländern Süßwasser zum Schiffsreinigen verwende, so dass ich die nächsten zwei Wochen nicht duschen werde - sozusagen als Ausgleich. 

Peter war mit Rob im Norden, um mit Michael Bell über die Daggerboards zu plaudern und ich habe die drei Kinder und Captain Susan - die übrigens - entgegen der Annahme von meiner geliebten Noa nicht 18 ist, wenn sie so ein Hingucker ist, sondern eine 50jährige gestandene Frau mit grandioser Ausstrahlung (Wie sagte meine ukrainische Freundin Gala immer bei Annahmen dieser Art: Wir armen, armen Frauen!) ins Auto gepackt und bin in einen amerikanischen Supersupermarkt gefahren, um unsere Vorräte für die Weiterfahrt aufzustocken. 

Ich meine, ein normaler Supermarkt in Amerika ist überdimensional und hat gigantisch große Verpackungseinheiten - ein Supersupermarkt, einer, in den man nur als Member reindarf - darum Captain Susan - übertrifft alles, was ich bisher in meinem Leben gesehen habe: Mehl kommt gleich in Säcken, die nicht in meinen Kofferraum passen, die kleinste Einheit Nudeln sind acht Kilo, Ketchup in 4,98 l Eimern - die Kindern waren begeistert und prompt für zwei Stunden im Chaos untergetaucht. Irgendwie haben wir uns dann alle wieder getroffen, sind zurückgefahren und haben ebenso lange gebraucht, das Zeug am Schiff in die kleinsten Ecken, Luken und Ritzen zu stopfen, damit es nicht überall rumsteht. Jetzt werden wir auf jeden Fall mal nicht so schnell verhungern und verdursten, auch wenn es in Kuba nur Reis und Bohnen geben sollte, wie unser Kollege Hinnerk Weiler schrieb.

 

Morgen sind wir dann zu einer Grill- und Poolparty eingeladen und als Schiffsbewohner fühlt man sich  - nicht zuletzt aus oben genannten Gründen - immer absolut defizitär, wenn man sich mit Landbewohnern trifft, da wir kategorisch dreckig sind, stinken - ich glaub die Kinder verwandeln sich eh schon in Fische, so wie dir riechen - und nur schmutzige Kleidung haben mit Flip Flops. Mal schauen, wie lange Wolfgang und Catalina uns ertragen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Burgi (Freitag, 24 März 2017 09:07)

    so, nun hat es auch die nicht so technikaffine Flugzeugoma (jetzt mehr Zugoma) geschafft, sich regelmäßig Zugang zum Blog zu verschaffen. Danke für die täglichen Meldungen - hoffentlich ist das Unwetter vorbei. Opi ist ja seit gestern mit euch am gleichen Kontinent, nur ein paar tausend Kilometer weiter südlich, eine hübsche Vorstellung, während ich in good old Europe auf den Frühling warte. Der kommt mit Macht.
    Einen interessanten Tag und liebe Grüße, Burgi, Oma, (Schwieger)mutter.

  • #2

    Fam. Lorenzoni (Samstag, 25 März 2017 20:33)

    Liebe Franziska und Familie! Vielen Dank für die phantastischen Berichte vom "anderen Ende der Welt" und vor allem weiterhin gute und unfallfreie (auch wenns Wasser für Frida nur knietief ist....) Tage. Alles Liebe!

  • #3

    dinner key marina walker (Montag, 27 März 2017 04:51)

    Just walked by your boat in Miami and had to google it up. You where repairing something and I wanted to ask what boat was this beauty that I hadn't seen anywhere. By the magic of the internet I find all about the design. Just wanted to let you know that this is the best looking design of all cats I've ever seen. Incredible... The clearance above all! mast a bit overwhelming, cockpit out of this world (dinghy area)...too much. envy!