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Weiter geht's

Am Samstagmorgen war unser Segelmacher da und hat unsere bestellten Teile geliefert - leider waren alle Maßanfertigungen zu groß oder zu klein und so hat ihn formvollendet seine Tochter mit einem riesigen Segelschiff von unserem abgeholt - und wir sind einfach weggefahren. Keinen Bock mehr auf Miami!

Nach der morgendlichen Flaute, kam gegen 14 Uhr langsam Wind auf und wir haben noch am Mooringball das Groß gesetzt uns sind abgezischt. Gruß an das nette Team der Dinner Key Marina und auf nach Boca China, was an einem Samstagnachmittag leider die totale Motorboothölle war. Alles was auch nur ein kleines motorisiertes, schwimmendes Etwas war, versammelte sich in diesem kleinen und eigentlich idyllischen, geschützten Hafen, um zu grillen, zelten, Familienfeste zu feiern und sehr laute Musik zu hören. Tatsächlich campt man hier mit mindestens zwei Generatoren und einer Tiefkühltruhe! Wie auch immer man die an Bord bekommt ist mir völlig schleierhaft, aber neben Zelt und Generatoren stehen da auch Tiefkühltruhen. So groß wie unsere zu Hause. Was wir uns also als idyllischen Ausflug vorgestellt hatten, wurde zu einer absurden Motorbootparty. Unsere Kinder, die friedliche schnorcheln wollte, wurden permanent fast überfahren, was sich nur dadurch rächte, dass der nächsten Raser so souverän auf eine Sandbank gefahren ist, dass nicht mal der Seatow noch etwas ausrichten konnte und er bis zur Flut im knöchelhohen Wasser wa(r)ten musste. Wir sind dann am Sonntag schnell weitergefahren nach Adam's Key und haben eines gelernt: Wenn in amerikanischen Reiseführern steht: Don't go there! Totally boring, nothing to do - dann ist das genau unser Platz. So kamen wir in eine idyllische Ankerbucht, wo uns morgens die jagenden und schnaufenden Delphine aufweckten, weil sie direkt neben meinem Bett nach irgendetwas tauchten, und so sind wir dann auch, nach einer herrlichen Seegeltour bei 18 kts Wind und 9 nm Fahrt im zweitem Reff, da es überall sehr flach war,  im John Pennecamp Coral Reef State gekommen. Eine absurde Einfahrtsschleuse, die nur ca. 10 Meter breit (wir sind acht) durch Mangroven führt und nach gut 500 Metern in einem Art See mündet. Es fühlte sich an, als würde man mit dem Schiff durch den Wald fahren. 

Nun liegen wir hier sicher und erholen uns von den 3 Meter Wellen, die wir dann doch noch Raufstampfen durften, da die Kinder unbedingt in den Florida Straits Angeln wollten. Wir sind also gegen Wind und Wellen hinein, 5 nm, nur um dann festzustellen, dass unsere Köderfische mal wieder zu lange einer erhöhten Temperatur ausgesetzt waren und so dermaßen stanken, dass Niko beim Öffnen der Dose sofort kotzübel wurde, er kein Interesse am Angeln mehr hatte - und das muss erstmal passieren - woraufhin wir alles wieder zurückgefahren sind. Drei Stunden später, das Boot im Chaos, da alles umgefallen und ausgelaufen und immer noch kein Mahi Mahi zum Abendessen, doch hier herrliche Tauch- und Schnorchelriffe, unglaubliche Unterwasserlandschaft mit Schildkröten direkt unterm Schiff und die Aussicht auf eine ruhige Nacht am sicheren Mooringball - evtl. sogar eine Dusche am Morgen - toll!! 

Wir sind glücklich, wieder unterwegs zu sein und freuen uns an den schönen Segeltörns.

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