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Planänderung, die Zweite

Nachdem unser Plan feststand, wir uns schon richtig auf die Mayakulturgüter und das Essen in Mexiko freuten und nicht zuletzt auf das Internet, mit dem wir endlich wieder mit den uns nahen Menschen, allen voran meine liebe große Tochter, kommunizieren hätten können. 

Nachdem wir begannen Vorräte zu verschenken und CUC zu verprassen, gönnten wir uns noch einen ruhigen Vormittag am Strand mit wilden Schweinen und sanften Wellen - und dann kam wieder alles anders. Zwei Schiffe aus Mexiko, ein Deutscher und ein Holländer, kamen an und rieten uns tunlichst ab von Mexiko, ja von der gesamten zentralamerikanischen Küste. Nicht etwa weil es so gefährlich sei oder nicht schön, nein, der Grund ist vor allem ein seglerischer. Der Golfstrom ist auf dieser Route permanent gegen dich, ebenso wie der Nordostpassat. Das heißt man hat ewige Passagen gegen Wind und Wellen, um irgendwann in Panama zu landen. Und das wäre dieses Jahr vermutlich nicht mehr möglich gewesen. Doch wir müssen im Juni nach Panama, weil aus der Hurrikanzone, sein. Die Frau des Deutschen möchte, seit dem sie diese Route segelten nur noch das Schiff verkaufen und auf ein Wohnmobil umsteigen. Die Holländer fanden es zwar nicht so schlimm, sie sind die Route aber entgegengesetzt gesegelt und haben bestätigt, dass nicht nur die Ein- und Ausklarierungsprocedere in Mexiko noch weit schlimmer seien als die kubanischen und in Nicaragua und Honduras sind immer mehr Überfälle auf Segler bekannt. Bewaffnete Überfälle, also solche, die man nicht unbedingt erleben möchte. Also tranken wir noch ein Bier zusammen, tauschten Ratschläge und Bücher aus und warfen die Leinen los. Doch in den Süden Kubas! Eine Nachtfahrt heute von 135 nm bis Isla la Juventud. Der Wind ist ideal - oben gefährlich, da aus Nord, aber unten herrlich halber Wind wir segeln mit gut 10 Knoten die Küste entlang, unter uns 3000 Meter Tiefe und selbst das gefürchtete Cabo Perpetue haben wir friedlich umrollt. Die Sonne versinkt nun langsam hinter uns, die Temperaturen betragen Luft wie Wasser noch um die 30 Grad und nach dem Canal von Yucatan liegt nun wieder die karibische See unter unseren Rümpfen. Wir hoffen auf Wale und eine ruhige Nacht. Die Kinder freuen sich diebisch, dürfen sie doch draußen bei uns schlafen und so lange wach bleiben, wie sie es schaffen. Sterne schauen, Rauschen hören, Cola trinken. Ab der Insel der Jugend, benannt nach den vielen Studenten die hier aus Havanna ankommen und sich der Biologie und Meeresbiologie zuwenden, gibt es viele kleine Inselchen die wir ansteuern können und endlich in kleinen Etappen besegeln. Dann machen wir zwei größere Touren auf die Caymans und Jamaika, oder auch nicht - bis zu den San Blas Inseln. So sich nicht morgen wieder alles ändert!

 

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