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Landzeit

Nun haben wir mal wieder die Seiten gewechselt und uns ein Apartment an Land genommen. Mit Blick auf unser Schiff!

Wir hatten großes Glück und haben via AirBnB ein Apartment genau in dem Komplex gefunden, wo wir schon die vielen Familien mit Kindern kennengelernt haben. Als wir den Besitzer anrufen wollten, klingelte an unserem Nachbartisch ein Telefon - er saß mit seiner Frau gerade im gleichen Lokal beim Abendessen! Die Formalitäten waren schnell geklärt, die Sympathie gegenseitig. Vor allem mit unseren Kindern finden wir hier sehr schnell Anschluss und auch unsere Kinder haben schon einen Haufen Freunde, weiße wie schwarze, große wie kleine - die Liebe zum Meer, zum Fischen und zu Schiffen überbrückt alle etwaigen Differenzen. Niko und Pius besorgen dem gesamten Steg mit Barrakudas, wofür sie mit frischen Mangos und anderen lokalen Leckereien versorgt werden. 

Wir sind ab jetzt für vier Wochen an Land, haben sogar eine Adresse und staunen über die Unterschiede zum Bootsleben. Als erstes mal die Distanzen: Wir sind völlig erschöpft, wenn wir von der Küche zur Terrasse und dann noch aufs Klo müssen. Das Apartment hat ca. 60 m2 und wir brauchen danach etwa eine Stunde Pause, so unendlich lang kommt uns der Weg vor. Dann die Annehmlichkeiten: Mineralwasser aus Glasflaschen! Gibt es was Leckereres? Ein Kühlschrank, in den mehr passt als zwei Liter Milch, d.h. wir können endlich frisches Obst und Gemüse nach Herzenslust kaufen, Joghurt, Käse, Fleisch! Welch seltener Genuss! Und last but not least: Im Preis des Apartments inbegriffen sind Köchin und Haushälterin - was bei uns oft mit Ausbeutung konnotiert ist, ist hier absolut üblich und nicht wegzudenken. Nicht nur ist es für den lokalen Arbeitsmarkt unverzichtbar, es ist auch eine Sicherheit für den Hausbesitzer, dass 40 Stunden pro Woche eine Person anwesend ist, die putzt, kocht und den Umgang mit dem Mobiliar überwacht. Sie kauft ein, kennt die besten Märkte und die frischesten Produkte. Und da wir alle das jamaikanische Essen lieben, freuen wir uns wahnsinnig über den unerwarteten Luxus.

Nur eines vertragen wir gar nicht: Dass wir nun so weit auseinander schlafen müssen! Die erste Nacht haben wir alle fünf in einem Bett verbracht, da uns die Distanz zum zweiten Schlafzimmer unüberwindbar weit vorkam...

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