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Unterwegs in den Anden

Statt auf Meereshöhe, sind wir nun in knapp 4000 Metern unterwegs. Anfangs fasziniert und begeistert, macht sich nach kurzer Zeit ein kollektives Unwohlsein breit.

Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich sage, dass wir in den letzten Monaten gesundheitlich extrem verwöhnt waren. Außer einer Zahnentzündung in Miami und einigen kleinen Hautproblemen, gab es auf dieser Reise nichts, was uns nachhaltig aus der Bahn geworfen hat. Doch nun, hier oben, in Kälte und Höhe, haben wir zum ersten Mal wieder gespürt, dass wir nicht unsterblich sind. Vornehmlich ich. Mir war übel, Kopfschmerzen - so Symptome eben, die möglicherweise normal sind, die mich aber ziemlich umgehauen haben. Ich musste mehrere Tage (2) ruhen und habe einfach nicht funktioniert. Pius ging es dann ebenfalls schlecht und das sind so Stunden und Tage, wo man sich dann fragt: Wozu eigentlich das Ganze? Wo ist die vertraute Kost und Umgebung, wo die Wärmflasche und Mutter, die einem ganzheitliche Wärme und Geborgenheit schenken? Wir lagen alle in Cuenca herum, das übrigens nur noch auf 2500 Metern und sahen die Wolken an uns vorüber ziehen. Außer einem kleinen Ausflug in die Altstadt, um uns mit warmer Kleidung, Mützen und Schals einzudecken, haben wir nichts unternommen. Wir sagen im Bett oder in den heißen Thermen rum und ... nichts. 

Nach drei Tagen wurde es dann besser - zum Glück hatten wir in weiser Voraussicht das Hotel für fünf Tage gebucht, um uns adäquat akklimatisieren zu können - und heute sind wir schon wieder unterwegs gewesen, im Nationalpark Las Cajas, haben bei der Lagune gefischt und uns die Forelle dann im Restaurant grillen lassen. Zur geistigen Belebung gibt es am Abend dann immer Canelazo, das Wundergetränk der Ecuadorianer gegen die Höhenkrankheit - und nun geht es allen wieder sehr gut. Bereit für unsere Reise nach Baños, Napo, Quito, Latacunga, Riobamba und schließlich, am 2. August,  zurück nach Guayaquil. 

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