· 

La Paz

Vielleicht Südamerikas schönste Hauptstadt...?

Wir haben uns schon gut erholt und nach anfänglichem Kulturschock, genießen wir nun das Stadtleben in all seinen Facetten.

Es dauert eine Weile bis man die Stadt in ihrer Komplexität begriffen hat. Anfangs irrten wir noch von Kathedrale zu Hauptplatz, von Markt zu Mondtal. Doch irgendwann kam die Erleuchtung: Seit 2014 hat La Paz drei Seilbahnen, bis 2019 wird es hier das größte Seilbahnnetz der Welt geben. Gebaut von dem österreichischen Unternehmen Doppelmayr (Peter platzt immer innerlich vor Stolz, wenn er dessen Präzisionsarbeit erkennt und lobend hervorhebt) verbindet also dieses ultramoderne Fortbewegungsmittel die riesengroße Stadt, die sich über 800 Höhenmeter erstreckt, von Zeitungsbude am Kloakenfluss bis zur Megavilla auf eigenem Gipfel, von stinkigem Staustehen hin zum sanften Schweben in luftigen Höhen. Wir fahren also den ganzen Tag Seilbahn, lernen die Stadt von oben kennen, entdecken Parks und Spielplätze, Restaurants und Märkte.

Wir wohnen zentral in Sopocachi, einem intellektuellen Viertel mit etlichen Unis, Botschaften, Restaurants und Studentenbars. Auch das Goethe Institut habe ich hier schon gefunden. Fußläufig ist der Hexenmarkt, wo wir uns natürlich schon ein Ko'a der Harmonie und der Gesundheit, also eine Opfergabe für Pachamama haben mischen lassen, die wir feierlich auf unserem Fest verbrennen wollen - allerdings ohne Lamafötus, das fanden wir ein bisschen eklig - außerdem ist die Einfuhr international verboten. 

Langsam sind wir ziemlich vollbepackt, Tischdecken, Wolldecken, Mützen, Schals - wir stecken schon sehr in den Heimaturlaub- und Festvorbereitungen, alle sind aufgeregt und die Kinder freuen sich wie Bolle. Endlich wieder mal ein Land, wo alle deutsch sprechen! Frida kann ihr Glück kaum fassen, außerdem wollen sie mal wieder in eine Schule. Täglich bereiten sie neue Powerpoint Referate und Vorträge vor, wollen ihre Erfahrungen teilen, ihre Freunde treffen.

Morgen früh geht es nach Lima, wo wir unsere durch die Magenverstimmung verlorenen Kilos in den Superlokalen wieder aufarbeiten wollen und dann, am Dienstag, nach Europa. Seit bald sieben Monaten!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Kusine Laura (Freitag, 08 Dezember 2017 19:03)

    Liebe Franziska und Familie,
    nun habe ich fast 2 Stunden lang diesen Blog gelesen - wie man einen Roman liest, nur dass man von unten nach oben scrollen muss!
    Wie sehr bewundere ich euch, vielleicht auch ein kleines bisschen Neid, wenngleich ich mich selbst nie trauen würde... ;)
    Ihr seid echt eine tolle Familie!
    Viele liebe Grüsse aus dem sehr verschneiten Doubs in Ostfrankreich... Und vielleicht bis bald!
    Laura