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Sonne und Soldaten

Zwischen Bienenangriffen uns Soldatenmanövern. Ja, auch die Zeit an Land bleibt irgendwie spannend. Und dank Sven für uns auch eher entspannt.

 

In einem Monat ist Weihnachten und wir sitzen hier fest. Nein, es ist nicht der schlechteste Ort, um festzusitzen. Es hat 30 Grad, nachts wie tagsüber, mit einer Luftfeuchtigkeit dass man glaubt mit seiner Umgebungsluft zu verschmelzen. Ich mag das. Alles ist irgendwie schön glibschig, schwitzig und warm. Und da wir - zum Glück!! - derzeit in einem netten kleines Haus am Strand wohnen und nicht in dem völlig staubigen, dreckig verschimmelten Schiff an Land, lässt sich alles gut aushalten, da kann man abends duschen. 

Sven repariert, Peter telefoniert, Niko motoriert, Pius eruiert, Frida harmoniert mit Noa und wir alle staunen noch immer über Papageien, Brüllaffen und Riesenschmetterlinge. 

Heute war Haustag, wir konnten uns vor Hitze kaum bewegen. Als sich endlich die Sonne hinter dicken Wolken versteckte, trauten wir uns raus, spielten am kleinen Strand, sammelten Einsiedlerkrebse - wie immer - und ich setzte mich auf die Terrasse, um eben diesen Eintrag zu schreiben, wollte schreiben über das harmonische Bild der vier nackten Kinder, dem sanften Rauschen der Palmen, den winzigen Wellen der karibischen See… bis fünf Soldaten, in Camouflageuniform, mit Maschinengewehr im Anschlag - sorry, nein, keine Übertreibung - sie rannten wirklich mit gezückten Schwerkalibern auf meine Kinder zu - fragten wohl Noa noch höflich, ob sie vorbeidürften - und galoppierten ins Nachbargrundstück, wo sie ein Haus umstellten, die Polizei kam zur Verstärkung, es war wie im Film. Ich rief die Kinder ins Haus, wollten wir das Manöver doch lieber hinter schützenden Mauern miterleben denn als Kollateralschaden im Dschungel zu enden. Wohl sei ein Mann letzte Nach erschossen worden und der Mörder habe sich hier versteckt. Er wurde auch gefunden und abgeführt, wir konnten alles live verfolgen. Es ging um Drogengeschäfte, Kolumbien ist nur einen Steinwurf entfernt, Segelschiffe fahren auch nachts ziemlich leise. 

 

Nachdem einigermaßen Ruhe eingekehrt war, sind wir mit dem Dinghy im großen Bogen zum Mittagessen in die Marina gefahren, nein, klingt edel, tatsächlich bringen ein paar Frauen Selbstgekochtes vorbei und man kann ein bisschen Reis mit Hühnchen und Salat bekommen. Auf der gegenüberliegenden Insel vertrieben uns dann die Affen, die von oben angriffen, es war alles in allem ein kämpferischer Tag, der sich nun langsam ins Meer senkt. 

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