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Alles klar zur Abfahrt?

So, nun sind wir seit drei Tagen auf den Las Perlas Inseln, letzter Ort in Panama. Knappe 40 sm von Panama City entfernt sind sie ein kleines Geheimparadies für Segler. Wunderbare Inseln, die endlich mal wieder aus mehr bestehen als aus Sand und Palmen. Es gibt haufenweise Bäume und Vegetation, es gibt viele Vögel, Fischschwärme und Unmengen floureszierenden Planktons, das echt ziemlich schön ist. 

Es ist wie eine kleine Schonfrist vor den langen Fahrten. Es gab viel vorzubereiten: Unterwasserschiffsreinigung (auf den Galapagos Inseln ist jedwede Einfuhr organischer Organismen verboten, so kommen Taucher, um dein Unterwasserschiff bei Einreise auf Algen und Seepocken zu untersuchen), Fumigation Zertifikat (Giftsprühen im Boot aus denselben Gründen), man muss seinen Mülltrennungsplan, seine Blackwatertankanlage und seine AIS Daten öffentlich aushängen und kundtun, man braucht ein Autographo, um überhaupt einreisen zu dürfen - ja, die Ecuadorianer und sicherlich auch viele Naturschützer dieser Erde haben einen straffen Plan für diese Inseln erarbeitet und möglicherweise ist das ja auch ein Grund dafür, warum sie immer noch so aussehen. Denn gerade für Segler haben diese Inseln noch einen anderen Wert als den der unangetasteten Naturphänomene: Sie liegen strategisch günstig auf dem Weg über den weiten Pazifik. Statt 4300 sm sind es so 1000 und 3300, was statt 30-40 Seetage eben ca. 8-10 und 18-24 bedeutet. Das ist ein relevanter Unterschied, auch was Proviantierung und Mannschaftswohlsein angeht. 

Doch wie gesagt, noch ist es nicht so weit! Wir liegen vor diesen herrlichen Stränden, die meisten Inseln unbewohnt, zusammen mit der Magic und der Blue Zulu, machen Familienurlaub, Lagerfeuer am Strand, um die gefangenen Fische zu braten, Piña Colada aus frischen Kokosnüssen und Ananas machen, die neun Kinder - auch wenn Noa und Emerson über 18 sind - spielen den ganzen Tag miteinander, durchforschen Wald und Wasser, fahren Dinghy, schwimmen, spielen Pferd und feiern Geburtstage miteinander. Nachts ist ein unglaublicher Sternenhimmel, Regen haben wir seit Wochen keinen mehr gesehen und tagsüber ist alles strahlend blau. 

Ein wunderbarer Ort um noch mal Kraft und Schlaf zu tanken, um Erfahrungen auszutauschen und sich Tipps zu geben. Ja, wir genießen diese Zeit sehr, und sind doch auch in Gedanken schon oft bei der bevorstehenden Langstrecke, die für alle und alles sicherlich eine große Herausforderung wird. 

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