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Die Überfahrt

Nun ja, was gibt es zu Überfahrten zu sagen? Die meisten Segler, die ich treffe, mögen sie nicht. Vor allem die Seglerinnen. Überfahren sind in erster Linie lang. Manchmal langweilig, oft gefährlich, irgendwie und irgendwann dann aber auch sehr normal. Es dauert keine drei Tage und die Routine stellt sich auch mitten auf dem Ozean bei hohen Wellen ein. Es gibt drei Mahlzeiten am Tag - sehr wichtig! Essen hält Leib und Seele zusammen, gibt Kraft und Mut, macht zufrieden. Es ist sehr wichtig, auch bei diesen Überfahrten gut zu kochen, mit frischen Zutaten, abwechslungsreich und lecker. Was soll man sonst machen?

 Naja, wir lernen täglich. Eine Angewohnheit, die allen gut tut und die Kinder wirklich auch vorwärts bringt. Frida liest schon recht flüssig, Niko fühlt sich im Land der Brüche und Variablen gut beheimatet und Pius erzählt englische Geschichten. So hat jeder seine Stärken und über Darwin lernen wir natürlich auch. Über Mutation, Selektion und Variation. Es ist spannend, gut die Hälfte haben wir nun schon geschafft! Derzeit versuchen wir auf den Humbold-Strom zu treffen (den wir dann natürlich auch noch durchgenommen haben) der uns zu den Galapagos Inseln tragen soll, denn am Äquator git es kaum noch Wind. 

Ja, unsere kleinen Katastrophen hatten wir auch schon, aber die gehören dazu, es werden weitere folgen. Unseren Motor konnten wir vorab auch nicht mehr reparieren, da die Teile einfach so lange gebraucht haben und wir nicht mehr warten wollten. Nun fahren wir mir einem kaputten Motor und einem, der seit den Kaiman Inseln drei Schrauben zu wenig hat. Naja, sind ja ein Segelschiff, wird schon gehen bis Hiva Oa, wo die Teile hingeschickt werden.

Was kann man noch tun? So draußen auf dem Meer, nächtens in völlige Dunkelheit gehüllt? Wir lesen, lesen, lesen, Bücher werden zum kostbarsten Gut! Alle Lexika und Atlanten an Bord werden täglich studiert, besonders die schönen Kinderausgaben. Wir zeichnen, hören Hörbücher, schauen Filme, schauen aufs Wasser - so lebendig der Pazifik! So viele Fische und Wassersäugetiere. Ganz anders als der Atlantik oder gar die karibische See. 

Die Nächte teilen wir durch drei,  das klappt ganz gut. Gut, ist Noa dabei, das ist schon eine große Erleichterung. 

Und dann putzen wir, räumen wir auf, trennen Müll und bemühen uns, dass unsere kleine Nussschale wohnlich und hygienisch bleibt, unter diesen absurden Umständen. 

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