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Ankunft Galapagos

Nach all diesen Stunden auf See, kann man leider die Ankunft schwer planen. So geschah es, dass wir mitten in der Nacht angekommen wären, was natürlich nicht ideal ist, wenn man weder Ort noch Untergrund kennt. Wir haben uns also entschieden, noch eine weitere Nacht auf See zu bleiben, langsam mit dem Vorsegel dahingleitend, die Nacht so klar, dass sich die Sterne im Meer spiegelten - ein unglaublicher Anblick nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang, den wir alle sechs andächtig bestaunten. 

Pünktlich um 8:00 Uhr morgens, nach dem Frühstück kamen wir in Puerto Baquerizo in San Cristobal an und wurden auch schon von einem Mitarbeiter unseres Agenten empfangen. Wenige Stunden später hatten wir 12 Officer an Bord, einen Taucher, der kontrollierte, ob wir auch wirklich keinen Bewuchs am Unterwasserschiff hatten (hatten wir nicht, schließlich sind wir 40 nm vor der Insel in 3000 Tiefe schwimmen gewesen und haben alle verbleibenden Algen und Seepocken gewissenhaft entfernt)  - unterlässt man dies, wird man 42nm weit rausgeschickt und darf erst nach professioneller Reinigung wiederkommen, dass wir darauf nicht scharf waren, lässt sich unschwer erahnen - alle wurden für gesund befunden, die Pässe gültig erklärt, das Schiff sauber und entungeziefert, die Beschriftung als korrekt - wir haben bestanden und somit waren wir endgültig einklariert. (Tatsächlich waren die uniformierten Officials vorrangig an unseren Kindern interessiert, haben etliche Selfies mit ihnen gemacht, Noa bestaunt - una Latina, si! - und fanden uns generell eher amüsant als gefährlich). Das wurde mit einem großen Essen gefeiert, ein langer Spaziergang über die Insel beeindruckte die Kinder vor allem durch den omnipräsenten Tierreichtum, die Vielfalt, die Sauberkeit und die Selbstverständlichkeit des Umgangs der Tiere mit den Menschen. Sie stören sich nicht gegenseitig, schauen sich zwar an, aber lassen sich sonst in Ruhe. Das ist ganz angenehm. Nur als Niko und Pius einen besonders kleinen und süßen Seehund aus der Nähe betrachten wollten, kam die Mama und die beiden mussten ihre Beine in die Hand nehmen…

Ja, es ist toll anzukommen. Noch toller aber ist das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Als Familie, als funktionierendes Kollektiv. Jeder hat sein bestes gegeben, alle haben zusammengeholfen, -gehalten; ja, es gab unangenehme Momente, wenn man einen Squall erreicht, der Wind immer stärker wird, das Schiff ungebremst ins Nichts saust, das Beiboot fast abfällt, das Ruder zu versagen droht... doch die höchste Qualität des Seglers in Momenten wie diesen ist Ruhe bewahren und zusammen arbeiten. Mit aller Kraft, mit allen Mitteln, so gut man kann. Es ist mehr als Reisen, dieses Seele-ben.

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Kommentare: 4
  • #1

    Wolfgang Gersin (Dienstag, 20 Februar 2018 14:14)

    Hurra ,endlich wieder ein Lebenszeichen von euch.
    lg
    wolfgang

  • #2

    Sigrid (Dienstag, 20 Februar 2018 20:50)

    ja Hurraaaaa, - und danke für Eure tollen Berichte.

  • #3

    öma u. opa (Samstag, 24 Februar 2018 21:42)

    Es ist wunderbar Eure Berichte zu lesen, zu sehen und in GEDANKEN IN DIE arme zu nehmen und fest zu drückein. Wir freuen uns sehr die Reise auf diese Weise zu erleben. Liebe Grüsse und viele Bussis Oma und Opa........................

  • #4

    Barbara (Freitag, 02 März 2018 17:26)

    Jetzt endlich habe ich wieder nachgeschaut - und konnte nachlesen! Sehr wunderbar! Squall???
    nm? und noch die eine oder andere Unklarheit, aber ich will ja auch den Segelschein nicht machen!
    Bin selig, wieder über euch zu lesen und zu schauen und ein bisschen zu wissen. Hier türmen sich die Eisskulpturen am Brunnen - wir hatten lange (und haben noch) weit unter 0°C . Das kalte Herz in mir hüpfte vor Freude, denn das Wetter ist kalt, schön, klar , trocken, sonnig.... einfach gut! In Ermangelung solcher versuche ich Euch ein Foto unserer Garteneisberge zu senden!
    Tausend Grüße - v.a. natürlich an den Pius!!