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Letzte Insel für 3000 Meilen...

So langsam bereiten wir erneut unsere Abreise am Montag vor. Ja, wir haben die Galapagos Inseln geliebt. Für die Kinder war es wie ein live-in-Zoo. Die nächtlichen Kämpfe mit den Seelöwen, die Meerechsen, die den Strand dominierten, die Schildkröten, die überall herumlagen, die unbeschreibliche Natur, die Vulkane, die Haie, Rochen, Delphine, Meeresschildkröten - das Meer wimmelt vor Tieren - welch ein Unterschied zur Med!

Und doch sitzt uns diese Überfahrt ein bisschen im Nacken. Lässt einen nicht so ganz entspannt sein, wie wir es gerne wären, bei den Cocktails zum Sonnenuntergang. Es schwankt so zwischen Zuversicht und Grusel, zwischen: Ey, kein Problem, schaffen Hunderte von Schiffen pro Jahr und, hm, schon auch blöd, wenn jemand krank wird, sich verletzt, das Schiff ernsthaften Schaden nimmt und uns einfach niemand helfen kann. Aber von hier gibt es kein Zurück mehr. Es geht nur noch nach vorne und vorne liegen die Marquesas. Punkt. 

Auch kommt ab und an mein schlechtes Muttergewissen durch: Segeln ist Entbehren, Einsamkeit und Erfahrung - die Kinder fragen immer wieder nach ihren Freunden, ihren Spielsachen, ihrem Leben in der Normalität - was soll ich denn antworten? Irgendwann werdet ihr es mir danken? Ihr wisst es nur noch nicht zu schätzen? So viel leere Phrasen. Weltreisen brauchen wohl nur die Erwachsenen, nehme ich an. Für Kinder ist es eher, naja, überflüssig? 

Ich kann nur hoffen, dass sie eines Tages an die Zeit zurückdenken und wirklich was gelernt haben, zum Beispiel den Luxus, 24/7 mit den Eltern zusammen zu sein, zu erleben, wo Gesetzesgehorsam sinnvoll ist und wo er aufhört, zu lernen, dass man gemeinsam viel schaffen kann, viel erreichen, auch unter widrigen Umständen. Und dass die Welt aus mehr besteht, als aus Schule, Freunden und Spielsachen.

Aber vielleicht ist es auch anders. Vielleicht werden sie auch nur denken, naja, dann waren wir halt voll ewig unterwegs und als das endlich vorbei war, begann unser wahres Leben. Und unsere Eltern haben uns halt leider davon abgehalten, weil sie unbedingt Dinge sehen wollten, zu denen wir aber nun mal leider gar keinen Bezug haben...

Wir sprechen uns also in 15 bis 20 Jahren wieder - oder aber in 4 Wochen aus der Südsee! 

Ach ja - Bilder der Galapagos Inseln hier

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Kommentare: 4
  • #1

    Lilli Jesenik � (Sonntag, 04 März 2018 14:38)

    Hallo !!!
    Ihr erlebt ja sehr tolle Sachen . In Peru seid ihr ja sogar geritten(Pius und Nico auch sehr gut) und so schöne Tiere habt ihr auch gesehen. Sehr dolle Fischer habt ihr auch gesehen��������������� Hoffe euch geht es allen gut und wir sehen uns bald wieder!!! Noch eine schönend gute Reise Ganz liebe Grüße Lilli ❤️❤️❤️❤️���������

  • #2

    Lilli Jesenik (Sonntag, 04 März 2018 14:53)

    Sorry tolle

  • #3

    Mermaid (Mittwoch, 07 März 2018 21:01)

    Hope you and your family have a safe sail to the Marquesas, hello to everybody!

  • #4

    Isabelle Vogt (Sonntag, 18 März 2018 13:19)

    Liebe Franziska

    Als Mutter fragt man sich immer wieder, ob die Entscheidungen, die man für seine Kinder fällt, richtig sind. Mit der Zeit wird man feststellen, dass man im Nachhinein einiges anders gemacht hätte, aber vieles eben auch gut war. Und ganz gewiss erfolgten die Entscheidungen in der besten Absicht.

    Ein Rabbiner hat mir einmal gesagt, dass Kinder das aufnehmen, was man ihnen mit Liebe, innerer Freude und Überzeugung vermittelt. In diesem Sinn bin ich mir sicher, dass ihr euren Kindern viel an bleibenden Werten und Haltungen mitgeben werdet: eure Begeisterung fürs Segeln, eure Neugier auf die Welt und fremde Kulturen, die Offenheit gegenüber anderen Menschen und Sitten, eure Unerschrockenheit, euer Vorbild, Ruhe auch in schwierigsten Situationen zu bewahren, zusammenzustehen, wenn es schwierig wird, tagtäglich zusammenzuarbeiten, sich als Teil eines Ganzen zu verstehen, solidarisch zu sein, die wahren Reichtümer nicht in materiellen Werten zu suchen, die Liebe zur Tier- und Pflanzenwelt, die Sorge zu unserem Ökosystem und Umwelt, sich zurückzunehmen und für einander da zu sein. Alles Liebe und weiterhin gute Fahrt! Isabelle