Hiva Oa

Es fühlt sich ein bisschen komisch an, so ohne Stimme. Nun sind wir schon seit einer Woche auf den Marquesas angekommen. Erst in Fatu Hiva, illegalerweise, dann weiter nach Hiva OA, der offiziellen Insel zum Einklarieren. Doch noch immer geht kein Internet. Nur minimal. Bin schon versucht die Texte als E-Mail zu senden, damit sie jemand für mich hochlädt - doch wer hat wirklich Zeit und Lust dazu?

Es geht uns gut. Das Wissen, so eine Passage lebend und unversehrt überstanden zu haben, lässt einen recht demütig und glücklich sein. Dazu kommt das phantastische französische Essen, die vielen netten Segler, die hier wirklich aus allen Ecken der Welt auftauchen - ein bisschen anders als in Panama, wo alle gestrandet sind,  ist hier der Aufbruch, der Anfang, das Neue und der Eingang in die wunderbare Welt der Südsee. Vor uns liegen die Tuamoto Atolle, die Perlenzuchten, Tahiti und Moorea, Tonga, Bora Bora, Fiji, Vanuatu und Australien. Neu Kaledonien und schließlich Indonesien, Singapur, Thailand. 

Auf Peters Fest sagten wir noch salopp - ok, nächstes Jahr treffen wir und alle in Thailand - wird dies tatsächlich wahr?

Und ganz ehrlich, nichts ist schöner als der Pazifik! Nie mehr Atlantik, nie mehr Karibik, wenn man all dies hier gesehen hat. Wir haben schon mit vielen Seglern gesprochen; das Leben, die Kultur, die Landschaft - hier gibt es alles. Und nichts. Die Menschen sind so fern der uns bekannten Welt, so fröhlich, vertrauensvoll, unverbraucht? Kann man das so sagen? In diesen Ländern, wo Konsum noch nicht das höchste Streben ist, wo das Internet noch seltener Luxus, wo Information verbal ausgetauscht wird und nicht digital - wo die Welt nach 10 Kilometern endet. Und doch ist es so anders als diese kleine Palmeninseln aus Sand. Hier sind echte Berge, das Klima ändert sich je nach Höhenmetern, die Gärten sind so wunderschön gepflegt, die Tiere auch. Ebenso diese Vielfalt an Blumen, an Pflanzen. 

Möglicherweise wohnen hier tatsächlich die freundlichsten - und glücklichsten? - Menschen der Welt. 

In zwei Tagen feiern wir Fridas sechsten Geburtstag. Die Geburtstage für Bootskinder sind ganz besonders  - nicht, weil sie auf viele und teure Geschenke hoffen, nein, es ist mehr ein Zeichen der Wertschätzung. Meist nehmen alle Bootskinder der Bucht daran teil, aus aller Herren Länder. Geschenkt wird meist Gefundenes oder Gebasteltes. Wir machen ein Picknick am Strand, einen Ausritt, ein Lagerfeuer. Alle Kinder fragen schon täglich - wie lang ist es noch, wie lange dauert es noch bis zu Fridas Geburtstag? Glücklicherweise sind auch unsere Freunde aus Dänemark/Australien gerade aus Galapagos angekommen, extra zu Fridas Geburtstag - auch Lelou und Tom le Terrible bleiben länger - und, noch so ein wahres Cliché: Kinder brauchen keine gemeinsame Sprache! Sie verstehen sich wunderbar. Schön für uns und schon für sie!

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Kommentare: 2
  • #1

    oma+opa graz (Freitag, 30 März 2018 22:43)

    wie wunderbar, wir freuen uns für euch. hi live vom feinsten, wir würden am liebsten mitfeiern u. euch umarmen. tausend drücker u.küsse .habt ne tolle zeit, bis später gruß o+o.

  • #2

    Susan (Sonntag, 01 April 2018 19:28)

    Glad you made it safely! Enjoy and happy birthdays :)