· 

With a little help from my friends…

In Nuku Hiva saß ich mit einer Bootsmama zusammen, einer Journalistin aus Southhampton, und diskutierte über das Veröffentlichen von Artikeln zu einer Weltreise via Segelboot. Sie erzählte mir, dass sie anfangs auch fleißig schrieb, manch eine Zeitung auch Interesse bekundete aber schlussendlich niemand ihre Artikel akzeptierte - weil zu wenig Katastrophen und Abenteuer darin vorkämen. Daraufhin habe sie das Schreiben für öffentliche Zwecke gelassen. (Tatsächlich ist es beim Segeln ja so, dass das beste was dir passieren kann die Langweile ist. Es gibt entweder Langeweile, d-h- alles funktioniert, das Wetter passt und die Crew ist wohlauf oder es gibt Stress, d.h. die Reffleine reißt im Sturm, die kommst in einen Squall, der Motor fällt gerade bei der Riffdurchfahrt aus oder jemand verletzt sich schwer und der nächste Arzt ist weit. Es gibt eigentlich nur diese beiden Optionen an Bord und da ist die erstere einfach die erstrebenswertere.)

Auch ich habe schon mehrfach bei Zeitschriften angefragt - die einen wollten nicht zahlen (und als ich fragte, ob auch sie gratis arbeiteten, ignorierte sie meine Mails komplett), die anderen verlangten professionelle Fotos,  für die sie selbst aber kein Budget hätten und die ich bitte mitliefern sollte. 

Auch ich habe mich seither auf das private Bloggen konzentriert. 

Doch gerade heute hätte/habe ich eine schöne Abenteuergeschichte: 

Wir wollte, respektive mussten, gerade starten, da unser Courtesy-Stay von 72 Stunden aufgebraucht war und wir auch recht bald in Neukaledonien ankommen wollten. Also schwammen Noa, Pius und Frida zeitig los, um die Landfeste zu lösen, nur um auf dem Rückweg in einen Quallenschwarm zu geraten, vor Schmerzen kaum weiterschwimmen konnten, alle heulend und von roten Pusteln übersät wieder an Bord ankamen, wo wir sie mit Süßwasser wuschen und in Balsamico tränkten. Doch war dies nicht genug der Aufregung. Nachdem sich ihre Haut nach wenigen Stunden halbwegs beruhigt hatte, beschlossen wir dennoch aufzubrechen. Doch keine 30 Minuten später ging der Feueralarm los. Peter schaltete sofort alle Motoren ab, denn als Quelle der Rauchentwicklung offenbarte sich die Lichtmaschine an Backbord, die nah an den leicht brennbaren und vor allem unlöschbaren Lithium-Ion Batterien positioniert ist. Also kehrten wir um, unser lieber, treuer und technikaffiner Freund Albert schlug sich den Sonntag um die Ohren, um uns Schaltpläne und Anschlüsse durchzugeben, Peter und Pius tauschten die Lichtmaschine, wollten starten - nichts!  Absolut gar nichts. Da saßen wir also, nicht einklariert in der unbewohnten Einsamkeit, ohne Internet oder Handyempfang, mit nur einem (unzuverlässigen) Motor und wussten nicht weiter. Peter maß alles durch, probierte noch mehr, ich gönnte mir ein Glas Wein und so langsam kam die Verzweiflung über uns. Doch ohne die kleinen Wunder auf dieser Welt wäre das Leben nicht lebenswert…

Wie aus dem Nichts erschien plötzlich ein nicht sehr seefestes Dinghy, schon halb unter Wasser, mit zwei sonnengegerbten Holländern in Pareos (übrigens sind auch unsere Motoren holländischer Bauart) grüßten freundlich und wir begannen zu plaudern. Logischerweise erzählte ich zuerst von unserer Misere, mittlerweile hatten wir immerhin festgestellt, dass eine Sicherung durchgebrannt war für die wir jedoch keinen Ersatz hatten. Außerdem offerierten wir ihnen im gleichen Atemzug unsere Kavawurzeln, die wir ja nicht mehr benötigen würden und schon gar nicht nach Australien einführen konnten. Es stellte sich heraus, dass die beiden nicht nur technisch äußerst versiert  waren, etliche Ersatzsicherungen für uns hatten sondern auch noch zu Tränen gerührt waren vor Dankbarkeit über die Kavawurzeln, die dieses Jahr so teuer waren, dass sie sich kaum welche leisten konnten und die sich doch so gerne hatten. Doch nicht nur sie sondern vor allem ihre 92jährige Mutter, die ihr Haus verkauft hat und seit zwei Jahren bei ihnen an Bord ist, ohne jegliche Intention zurückzukehren (Exit auf Fidschi-Art?). Ihre Ansicht war, dass sie hüben oder dürfen im Zimmer sitzen und aus dem Fenster sehen könne, doch hier sei die Aussicht einfach schöner.   Am 12. Juni hat sie Geburtstag - möge ihr der Trank wohltun!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0