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Noumea

Nach all diesen Monaten in der Südsee, von einem kleinen Inselstaat zum nächsten. Von einer schlecht versorgten Infrastruktur in die andere - plötzlich sind wir hier, in Neukaledonien. (Naja, plötzlich stimmt vielleicht nicht ganz - die Fahrt war zwar vom Wetter her ganz ok, aber gefühlt dennoch niemals endend, mit einem so häßlichen Regen am Ende, das wir alle nur noch still, frierend, müde und zitternd in unserem Ölzeug lagen und ankommen wollten.)

Hochhäuser, Strände, Motoryachten  (ein untrügliches Zeichen für die Nähe zum Kontinent, da in der Südsee natürlich a) niemand diese Mengen an Diesel liefern kann und b) keine Motoryacht so große Tanks hat, dass sie Strecken über 1000 Meilen schafft.) und heute Morgen fuhr sogar ein Kreuzfahrtschiff an uns vorbei. Von der Ferne sehen wir einen McDonalds und sogar ein Kino wirbt mit 12 Sälen. Ja, eindeutig, wir sind nicht mehr ganz so abgeschieden. Australien ist nicht weit entfernt und hier ist ein Segelmekka. Wie so oft spielen auch steuerliche Gründe hier mit; ebenso wie französisch Polynesien ist Neukaledonien steuerfrei und die meisten Schiffsverkäufe gehen deshalb hier über die Bühne. 

So häßlich es ist, diese Zivilisation, diese praktischen Bauten, die die Landschaft in den Hintergrund drängen, die hunderte von Motorbooten, Jetskis und Yachten, die das Meer in eine Autobahn verwandeln - es ist uns doch vertrauter als die Einsamkeit und Stille der kleinen Inselstaaten, nach der wir uns für ein paar Wochen im Jahr sehnen, die dann aber doch auch nicht viel mehr ist - als eben Einsamkeit und Stille. 

Und wir brauchen auch mal wieder Zivilisation. Mittlerweile haben wir einen Motor, der nicht lädt, da die Lichtmaschinen noch immer nicht funktioniert, und einen Motor, der nicht startet. Wir sind zwar ein Segelschiff, aber der Motor ist für uns ein wichtiges Hilfselement. Wir brauchen also mal einen Mechaniker mit guter Ausbildung, nicht nur selfmade mit guter Intutition, wir brauchen qualitativ hochwertige Ersatzteile, keine zusammengeknoteten Drähte mit Gaffatapedressing. 

Also stürzen wir uns ins Getümmel, suchen die Indonesische Botschaft, essen einen Big Mac (not!) und Popcorn im Kino. Denn der nächste Inselstaat wird kommen - see you soon in the Moluccan Sea!

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Kommentare: 2
  • #1

    Burgi (Sonntag, 17 Juni 2018 08:44)

    Das ist aber eine Freude am frühen Sonntagmorgen! Gleich vier neue Einträge!
    Manchmal dauert es halt doch länger von der anderen Seite der Welt. ich hatte nämlich am 12., vor meiner Abreise nach Passau, noch einmal geschaut, aber es war nix.
    Von meiner Mutter, also Oma und Uroma, ganz liebe Grüße, sie hat mir voller Freude eure schönen Briefe gezeigt und hofft sehr, dass sie euch noch einmal sieht.
    Jetzt werde ich gleich auf dem Globus eure Fahrt nachverfolgen.
    Seid aufs herzlichste umarmt und geküsst von eurer (Schwieger)Mutter und Oma Burgi

  • #2

    Barbara (Sonntag, 17 Juni 2018 13:15)

    Es küsst und umarmt gleich -ebenfalls alle vier Einträge auf einmal entdeckt und gelesen habend - Tante und Großtante Barbara mit!
    Landfeste? Kann ich mir vielleicht vorstellen.
    Kava? Befrage ich das Google.
    Also Mama/Oma/Uroma kommt sicher nicht der schönen Aussicht wegen nach!
    Es war sehr schön, dass Burgi da war!
    Ich wünsche Euch nun die Vorteile der Zivilisation, die Ihr braucht für die Lichtmaschine und so und denke beim abendlichen dicken Biohühnchen an Euch!
    Alles Liebe von Barbara und Pankraz, der sehr um seinen Freund Enoch zu Guttenberg trauert... dessen plötzlicher Tod hat uns beide sehr niedergeschlagen.