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Die Hölle, die andere

Die Hölle stellt man sich ja gebräuchlicherweise hell, trocken und heiß vor. Fegefeuer und so. Bei mir war die Hölle letzte Nacht eher nass, kalt und ziemlich dunkel. 35 Knoten Wind peitschten um uns herum, drei Meter Wellen brachen auf und neben uns. Der Regen kam waagrecht und drinnen lagen drei kranke Kinder mit Fieber. 

Trotz wollener Unterwäsche und Ölzeug, trotz mehrerer Jacken und Stiefeln, wird einem in so einer Nacht nicht warm. Während ich also draußen die Segel überwache und nur hoffe, dass wir in der nächsten Welle nicht schon wieder über 15 Knoten schnell vorwärtskatapultiert werden, verteile ich zeitgleich Ibuprofen und Taschentücher. Der Eiskalte Südwind hat uns alle erwischt und nun auch noch das Schiff. Doch auch die längste und schwärzeste Nacht geht irgendwann vorüber, im ersten Tageslicht stellt man auch schon wieder fest, dass ja eh alles gut gelaufen ist, dass es anders auch hätte kommen können. Doch sieht man auch, dass das Großfall gerissen ist, dass der Keilriemen abgesprungen ist - und vor allem sieht man, dass man auch ganz anders hätte fahren können, innen, neben der Küste, und sich somit das Ganze eventuell erspart     …

Doch wie heißt es so schön: Du musst dich mit deinen Ängsten konfrontieren, damit sie nicht dein Leben kontrollieren. 

Ok, been there, done that!

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