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Sound and Safe but Stormy

Seit einer Woche liegen wir nun in der Mackay Marina, super sicher, super professionell, super versorgt. Es fühlt sich an wie Urlaub, nach all diesen Monaten in the Middle of Nowhere!

Wir haben uns ein Schickimicki-Auto gemietet, mit tatsächlich mal sieben Sitzen - im restlichen Südpazifik war es allen egal, mit wievielen Menschen man in einem Auto fuhr, 10, 17, Hauptsache die Türen gingen noch zu, doch hier herrscht wieder Zucht und Ordnung - uns so sehr der noch immer subtil vorhandene Anarchist in mir dies bedauern mag - es hat auch seine Vorteile! Tatsächlich bringt dies auch mit sich, dass die Dinge plötzlich wieder funktionieren, dass man sich an Abmachungen hält und die Menschen hier eine gewisse Ausbildung genossen haben. Gerade gestern haben wir unser Schiff rausheben lassen, um das Unterwasserschiff zu kontrollieren und das Antifouling (Für Tante Barbara: Farbe, die auf den Teil des Schiffes aufgetragen wird, der permanent unter Wasser ist, um das Wachstum der Algen und Seepocken zu dezimieren - sehr giftig aber hocheffizient...) zu erneuern- und anstatt lange zu diskutieren, Fotos zu zeigen, zu spekulieren, kommen zwei Bärtige - und sorry, aber das sind so richtige Kerle hier!- klopfen, schieben, heben - fertig. Zwei Stunden später ist alles geschliffen und die Farbe drauf, gegen eine Kiste Bier dürfen wir auch an Bord schlafen, am nächsten Tag werden noch die Schwachstellen ausgebessert und um 9:00 Uhr sind wir wieder im Wasser. Wir sind bis oben hin beladen mit Lebensmitteln und Alkohol - haben schon 11 Tonnen! Der Himmel klart auf und wir warten nur noch auf das Großfall, dann sind wir wieder unterwegs. Auf zu den Whitsundays, dann Cairns, Thursday Island und schließlich die Sail2Indonesia Rally. Den Reiseplan gibt's online. Also wer uns besuchen möchte, sei willkommen. Ab dem fünften Breitengrad wird es auch endlich wieder warm und tropisch - wir können es kaum erwarten! Jeans und Schuhe fühlen sich doch irgendwie fremd und unkomfortabel an! 700 nm liegen noch vor uns, an der Küste North Queenslands entlang, 700 Meilen mit Saltys, noch keinen Quallen, aber viel Wind und Riffen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara (Sonntag, 08 Juli 2018 20:51)

    Ja, jetzt es fühlt sich an, als wärt Ihr quasi schon wieder in der Nähe...
    Danke für die Erklärungen an die nautisch ehemals vollkommen ungebildete (wobei doch der "Rote Korsar" mit Burt Lancaster und "Die Schatzinsel" Lieblingsfilme von mir waren/sind), aber mittlerweile durch Eure Reise schon etwas weniger ungebildete Tante/Großtante. Das (der/die???) Großfall ist wohl so ein Segelteil, oder?
    Und wie oft muss man so giftig malern?
    Ich schwärme hier oft von Euch und Eurer Reise, während ich auf dem Festland hocke und froh bin, dass ich dem Squall nicht persönlich begegne.
    Saltys??? Warum keine Quallen?
    Seid herzlich gegrüßt aus einem Bayern, das einen unsäglichen Innenminister stellt und einem Europa , das gerne wie Australien so Inseln hätte, wo man all die Flüchltinge einfach draufsetzt , nicht sieht und dann vergisst. Hier setzt man sie momentan nirgends hin, sondern lässt sie gleich ertrinken : da sieht man sie auch nicht mehr und kann sie wieder vergessen....
    Es ist schlimm - diese Verrohung in der Sprache und damit auch langsam aber sicher im Herzen. Komme gerade von einem facebook-Ausflug wieder auf den falschen Seiten, nicht denen der naive Gutmenschen, sondern von denen, die wissen wie die Welt tickt und die durch die Bank eine absolut grottige Rechtschreibung, oder besser Unrechtschreibung haben. Da darf ich nicht zu oft drauf, das zieht nur runter und macht mich fertig. Das macht mir Angst...
    Herzliche Grüße von Pankraz und mir