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Happy Birthday, Franziska

Negeri Tifu: Angekommen sind wir hier letzte Woche und auf den ersten Blick, wirkte das Dorf verschlafen und eher defizitär ausgestattet für knapp 30 Schiffe. Alle waren skeptisch. Einige sind gleich weitergefahren. Wir, nachdem wir in den letzten 10 Tagen wieder viel und weit gesegelt sind, haben uns gedacht: so, Pause für uns, Bucht ist sicher, wir wollen uns erholen. Also bleiben wir.

Tatsächlich stellte sich dies als eines der schönsten Erlebnisse der bisherigen Reise heraus. Die Menschen im Ort haben sich wörtlich auf den Kopf gestellt, um uns ein schönes Erleben zu ermöglichen. Neben Reden, Musik, Tanz und Essen, haben wir Ausflüge in umliegende Bergdörfer gemacht, haben Wildschwein gegessen und Lieder gelernt, mit denen man Fische fängt. Wir haben meinen vierzigsten Geburtstag an einem Strand mit blauem Süßwasserfall und rosa Champagner verbracht, Dörte und Frank schrieben mir ein Gedicht, Andrea backte das Brot, Victoria brachte Girlanden und Musik - es war herrlich. 

Und zu allem Überfluss buken mir die Dorffrauen am Abend eine gigantische Torte mit Schrift und wir tanzten alle bis spät in die Nacht. Welch eine Überraschung. Am nächsten Tag organisierte Peter ein Dorffest mit Bier und Spanferkel. Natürlich nur möglich, da das Dorf großteils katholisch war und wir lange Gespräche mit dem Priester und dem Dorfältesten führen mussten, aber da wir das gesamte Dorf einluden, alle Speisen und Getränke mitbrachten und das Schwein sowohl von Gott als auch von Allah gesegnet wurde- ich übrigens auch, weshalb ich innerhalb der Flotte nun Saint Franziska of Hellcat genannt werde - konnten alle teilnehmen. Und sie taten es. Peter, Steve und Brent grillten das Vieh ca. 8 Stunden lang von Hand über dem Feuer und Diana und Greg gruben sogar noch ein Glas Sauerkraut aus. Es war ein Fest gleichermaßen bizarr wie idyllisch - zumindest hat es sich so angefühlt und ich denke beide Seiten haben es wirklich zu schätzen gewusst. 

Ich musste eine Rede halten, die, wenn auch in sehr primitiver Form doch auf indonesisch war, habe mit den dorfältesten Frauen Bier getrunken und die Babys geküsst. Andrea und ich haben heimlich Essen beiseite geschafft, damit auch die Frauen sich zu essen trauen und die Mädchen mit Englischbüchern und Heften versorgt. 

Es hat so viel Spaß gemacht und wir haben diesen Aufenthalt hier über alle Maßen genossen. Ohne jegliches Internet, ohne Handyempfang, ohne Auto, Strom oder Supermarkt.

Morgen geht es weiter. Wir alle haben kein Essen mehr und benötigen dringend Bargeld, Vitamine und den Kontakt nach Hause. Mit fünf Schiffen fahren wir nach Wakatobi. Schnorcheln, entspannen und gerne auch mal kein Programm. 

Aber schön war’s! So schön!

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara (Sonntag, 19 August 2018 12:38)

    Das freut mich aber! Klingt ja wunderbar! Und es gibt Querflöten dort!! Wie klingen die? Habt Ihr eine mitgenommen? (Ich doziere ja immer, dass Querflöte das älteste Instrument überhaupt ist - außer Schlaginstrumente und Stimme- da es ja wirklich sehr einfach herzustellen ist: Rohr, eine Seite zu, Loch/Löcher rein, fertig. Geht mit Holz oder Knochen). Was ist es für Musik?
    Pankraz beneidet Euch am meisten um das Spanferkel...