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Wakatobi

(Ein Akronym für die Inselgruppe Wangi Wangi, Kaledupa, Tomea und Binonko )

190 Meilen bei halbem Wind versprachen eine flotte Fahrt und tatsächlich hatten wir die ersten 120 nm in sieben Stunden geschafft, somit mussten wir schon am Nachmittag die Segel reffen, um nicht mitten in der Nacht anzukommen. Alles hätte wunderbar geklappt - wären wir nicht um 4:30 Uhr morgens schon wieder in ein Fischernetz geraten.

Doch der Mensch gewöhnt sich an alles, auch an nächtliche Gefahrensituationen, und so konnten wir diesmal die Kinder schlafen lassen und uns zu zweit relativ ruhig und flott befreien. Im Sonnenaufgang sind wir dann durchs Riff und warfen den Anker. Schon bald kam eine Spitzbehütete Frau mit Sohn, um uns frischen Kuchen für 7 US Dollar zu verkaufen - man merkt, hier verkehren viele Touristen und die Preise passen sich der Nachfrage an. (Für ein Mittagessen zu sechst haben wir in Debut 28 US (400 000 Rp) bezahlt ). Der Ankerplatz ist etwas windig und ungeschützt, aber die Korallen gleich nebenan traumhaft bunt und fischreich. Wir waren gleich schnorcheln obwohl wir todmüde sind, aber die Kinder nicht und die nächste Nacht kommt bestimmt. 

Kenobi ist auch schon da, Kiwi Summers und Elan unterwegs. Wir haben Internet, ATMs und angeblich sogar einen Supermarkt, den wir wirklich dringend benötigen. So leer waren unsere Vorräte noch nie, wir ernähren uns von Konserven und Cola, ab uns zu mal einen Fisch mit Reis. Seit fast drei Wochen konnten wir schon nicht mehr wirklich einkaufen und sechs (mittlerweile nur noch fünf) Menschen essen einfach ziemlich viel. Hansi ist von Ambon zurückgeflogen, somit sind wir wieder allein.

Also, Schwert wieder raus und reparieren, nun schon zum dritten Mal in drei Wochen, Peter wird langsam richtig gut im Laminieren bei so viel Übung.

Die nächste Insel, zu der wir gestern gefahren sind,  heißt Wangi Wangi, hier haben wir zu zwölft zwei Autos und zwei Motorräder gemietet und uns den Nachtmarkt, den Zentralbasar und die Süßwassergrotten angeschaut, waren schwimmen, schnorcheln und einkaufen. Zumindest Obst und Gemüse haben wir nun wieder. Wie sagen die Anglophonen so trefflich: Another beautiful Day in Paradise…

Morgen früh um sieben heißt es wieder: Anker auf! Pasar Wajo auf der Insel Buru wartet und wir fahren erneut zu dritt nebeneinander. Das ist lustig und gibt Sicherheit, zumal die Kenobis Newbys sind und wir uns gegenseitig gut helfen können.

Hinter mir geht die Sonne unter, vor mir singt der Muezzin - es ist friedlich und sehr entspannt. Seit langer Zeit fühlt sich diese Reise mal dauerhaft wie Urlaub an!

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Kommentare: 5
  • #1

    Wolfgang Gersin (Freitag, 17 August 2018 12:12)

    Alles Gute zum Geburtstag liebe Franziska.
    Liebe Grüße aus Graz
    Wolfgang
    PS
    Peter könnte mal zum Friseur gehen.

  • #2

    Sigrid + Familie (Samstag, 18 August 2018 21:42)

    auch von uns alles Liebe zum Geburtstag, weiterhin viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit

  • #3

    Barbara (Sonntag, 19 August 2018 12:40)

    Wo ist der Wakatobi-Bericht??? Ich vermisse ihn! Dann schreib ich auch fast gar nichts...

  • #4

    Burgi Strobl (Montag, 20 August 2018 14:29)

    Danke für den Bericht und die herrlichen Fotos, die einem doch einen kleinen Einblick verschaffen in Euer Leben. Noa hat uns beim gestrigen Sonntagsessen ja auch viel berichtet. Und wie routiniert ihr jetzt alle Situationen meistert - Respekt. Weiterhin viel Urlaubsgefühl - und dass der rosa Champagner so gut zum blauen Wasserfall passt (findet Friedl)
    Grüße und Küsse! Oma und Opa Bielefeld
    P.S. die tanzende frida schaut hinreißend aus!

  • #5

    Barbara (Samstag, 25 August 2018 20:17)

    Da ist er jetzt! Sehr gut! Danke für den Bericht und nachdem ich beim ersten "Schwert" noch die Trophäe eines erbeuteten Schwertwals vor mir sah, aber mittlerweile sogar ich kapiert, dass das wohl dieses Teil unter dem Schiff ist.Wunderbare Fotos von dieser so fernen, fremden Welt! Und wie schön und vertraut Eure Gesichter dazwischen!
    Ich bin wieder von Söllhuben nach Passau zurückgekehrt, um in der nächsten Woche weiterhin viel Ballast abzuwerfen (ja, das geht auch ohne Schiff! Und: nein, ich nehme nicht extra ab, sondern räume die Wohnung durch und werde mich von Einigem trennen (160 Bücher plus CDs plus DVDs sind schon weg...))
    Diese Gemüseberge sehen ja herrlich aus! Ich habe immerhin vielfarbige Tomaten aus dem Garten.
    Hier regnet es - endlich! Gestern, als das Gewitter aufzog, waren wir bei Pankraz Schwester auf dem Balkon und ich sah, wie die Kühe zum Melken in den Stall zogen. Als sie fertig waren, goss es wie aus Kübeln und die Kühe, die auf die Weide zurückkamen, sprangen herum wie die kleinen Zicklein -so sehr haben sie sich über den Regen und die Abkühlung gefreut!
    Fremdes für Euch - aber so tauschen wir uns gut aus - von Fremde zu Fremde!
    Genießt weiter und meidet mal die blöden Netze!
    Die Kenobis sind wohl die Leute von der Kenobi - aber warum sind sie Newbys?? Was ist das?
    Grüße aus dem verregneten und sich schon herbstlich gebendem Mariahilfberggarten!