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Lombok

Keine zwei Monate ist das Erdbeben her, das am 5. August auf dieser Insel hunderte von Menschen in den Tod gerissen hat. Die Spuren sind noch deutlich sichtbar. Der Schutt liegt in großen Haufen herum, die Straßen tief gekerbt. Einige Teile der Insel sind noch unpassierbar und jede Hilfe, ob finanzieller oder handwerklicher Art ist willkommen. Natürlich haben auch die Segler sich hier eingebracht und Brent, als Bauarbeiter, ist noch heute dort und hilft beim Wiederaufbau. 

Mit den Kindern haben wir die Schäden zwar gesehen und besprochen, aber es ist nach wie vor schwer vorstellbar, wie so etwas entsteht und sich anfühlt. Schwer mitgenommen hat die Kinder das Schicksal der Stachelschwein-Mutter, im gerade wiedereröffneten Zoo, die durch eine umstürzende Mauer querschnittsgelähmt wurde, jedoch als Muttermilchtankstelle noch durchaus für ihr Baby sorgen konnte.

Ja, es ist komisch aber notwendig, dass weiterhin Touristen kommen, Zoos, Hotels und Restaurants besuchen, damit die Menschen ihre Arbeit behalten und die Löhne weiter bezahlt werden können. Fühlt sich seltsam an, irgendwie voyeuristisch.  Eine Insel im Wiederaufbau, überall bauen, räumen, schaffen die Menschen - die Grundstimmung ist mittlerweile wohl mehr Neuanfang als Untergang, das ist gut! 

Wir haben noch einen kurzen Abstecher nach Gili Trawangan gemacht, wo wir nachts leider eine Kollision mit anderen Schiffen hatten, da die Moorings zu nah beieinander lagen. Doch außer zu wenig Schlaf ist nichts weiter passiert, da ich rechtzeitig wach wurde und fendern konnte.

Die Insel, eine Partyinsel für junge und schöne Menschen - also leider nicht für uns - war dennoch toll und neben Restaurants und Strandbars, gab es viele kleine Pferdekutschen. Frühmorgens sind wir mit fünf Knoten Strömung nach Bali gebraust, haben geankert und schon wieder beinah unser Schiff verloren, da wir immer denken, hm, naja, jetzt kennen und können wir's...

Haben nicht damit gerechnet, dass Wellen so hoch werden können, dass sie so nah am Ufer brechen und sind gemütlich essen gegangen. Ein Fischer brachte uns zurück auf's Schiff, da unser Dinghy gegen diese Wellen nun wirklich keine Chance hat. Alles war gut, bis wir den Gesichtsausdruck des Fisches sahen. Als wir dann die ankommenden Wellen erblickten, vermutlich bis zu vier Metern - Flut auf der Südseite der Insel - verstanden wir, warum er uns eindringlich riet, unser Schiff umzulegen. Also Anker hoch, kurz vor Sonnenuntergang und noch während die Winch ratterte, sahen wir die Welle, die sich bedrohlich vorneüber beugte - ich rief Peter zu er solle Gas geben - Wellen muss man frontal nehmen, seitlich können sie ziemlichen Schaden anrichten- und noch mit Anker im Wasser sind wir hindurch gepflügt. Welch Schreck!

Als Segler hat man ja generell gemischte Gefühle den Wellen gegenüber. Während Surfer sie dringend brauchen, können wir eher darauf verzichten. Von hinten, ok, egal, seitlich ist wackelig, von vorne ne Sch****. Da wir uns bisher in Indonesien eher auf der Leeseite der Inseln gehalten haben, hatten wir uns schön öfter gefragt, wo eigentlich die ganzen Surferparadiese sein sollen - nun, jetzt wissen wir es also!

Morgen geht es zur Hauptinsel von Bali, dort werden wir nach vielen Monaten  mal wieder ein Auto mieten und im Inland herumfahren.

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Kommentare: 1
  • #1

    Lilli (Dienstag, 04 Dezember 2018 17:32)

    Oh mein Gott ich hoffe es geht euch gut � Uns geht es sehr gut ihr seid echt mutig ( Schlange) Pius du und der Affe ist super ����❤️���