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Bali

Kürzlich habe ich einige Blogs von befreundeten Weltumseglern gelesen und fand die meisten leider ziemlich langweilig. Fotos von lernenden Kindern, Essen uns Stränden - alles toll, alles spannend - ist meiner auch so?

 

Aus reiner Angst, dass ihr euch langweilt, bekommt ihr nun ein paar Abenteuergeschichten. Wir haben nun endgültig die Grenze von Australien nach Asien überschritten. Was politisch ja schon in den Kai Inseln begann, ist unteraquatisch erst hier der Fall. Die geographische Grenze zwischen der Australischen Platte und der Asiatischen verläuft zwischen Lombok und Bali. Und da wir ja alle sieben Weltmeere besiegeln müssen, laut Frida, sind wir nun im Süden der Insel. Südlich von uns ist nur noch die Antarktis, zwischen uns der Indische Ozean. Der mächtige Indische Ozean, sollte ich sagen, denn die Wellen, die wir hier zu sehen (und zu spüren bekommen), sind größer als alles, was wir bisher erlebt haben. (Oder wir haben es einfach wieder vergessen, kann auch sein.) Absurde Strömungen zwischen den Inseln, stehende Wellen, Hexenkessel - es ist ein anspruchsvolles und abenteuerliches Segeln hier. Die Einfahrt zum einzigen Hafen von Bali ist spektakulär. Während draußen vier bis fünf Meter Wellen toben, ist die Einfahrt schmal und halbwegs ruhig. Kaum waren wir drinnen und erleichtert, haben alles vorbereitet und nett geplaudert, da ließ uns ein Rumsen aufschrecken. Wir sind direkt aufs Riff gefahren. Man sagt, man habe das Riff geküsst - wir haben uns eher unschön aufgedrängt. Natürlich ist das Schwert wieder kaputt - diesmal das Glasfaserschwert steuerbord. Doch vermutlich nicht das Ruder und das ist die Hauptsache. Auch saßen wir komplett auf und ich dachte schon, wir müssten den Schleppdienst anrufen, denn ein Schiff, das aufsitzt, ist wie ein Wal. Nur weniger spektakulär. 

Nun liegen wir in der Marina, also so einer Art Marina. Gut geschützt, doch sind wir völlig überwältigt von so viel Massentourismus, Flugzeugen, Motorbooten - es ist mal wieder eine neue Welt. Wir sind das gar nicht mehr gewohnt. Gestern haben wir das erste mal wieder deutsche Zeitungen gelesen. Wie weit weg das alles ist!

Die Kinder liegen in ihren Kabinen und lesen. Peter ist im Marinashop und versucht, jemanden zu finden, der unser Schwert repariert. Und ich? ich gehe Postkarten suchen! Einen Vorteil muss diese Welt ja haben!

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Gersin (Donnerstag, 27 September 2018 15:37)

    Danke für die Geschichten wie die Welt auf der anderen Seite ist.
    Deine Geschichten sind in Spannend und Fesselt und ich würde wenn die gedruckte Form in mit Freude Kauf.
    Grüße aus Graz
    wolfgang