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Richtung Jawa

Mit schwerem Herzen verlassen wir Bali. Nicht nur haben wir hier wieder großartige Menschen kennen gelernt, auch die Insel hat uns wahnsinnig gut gefallen. Die Natur, die Strände - alles sind völlig angefixt vom Surfen- die Seen und Vulkane. Die verrückten Statuen und Tänze, die schmuckvollen Tempel und duftenden Opfergaben. Bei uns brennen nun auch fast permanent Räucherstäbchen im Schiff und wir haben viele Kleider und Tücher erworben. Aus jedem Land nehmen wir ein klitzekleines Stückchen mit, das ist schön!

Die Abschiedsparty war rauschend und sehr lustig, mit über 20 Leuten aller Länder an Bord - wenn das auch mal wieder ein typischer Segleranfängerfehler war. Mir scheint, je länger man auf dem Schiff lebt, um so mehr Fehler macht man wieder. Man feiert keine Abschiedspartys als Segler! Allein deswegen, weil man dann zu wenig schläft und zu viel trinkt und der nächste Segeltag zur Hölle wird… So lag ich die Fahrt über leidend auf Deck und wartete auf den nächsten Tag! 

Und doch ist es auch schön weiter zu fahren. Nun nach Java. Bali ist einmalig, doch sind wir nicht die einzigen, die so denken. Neben den 4 Mio Einwohnern kommen jährlich auch 4 Mio Touristen hier her und der Verkehr bringt die gesamte Insel zum Stillstand. Offensichtlich haben die meisten Länder dieser Erde, besonders die ärmeren, ein gröberes Verkehrsproblem. Es gibt nirgendwo öffentliche Verkehrsmittel, weder Busse noch U-Bahnen, dafür ist jeder individual motorisiert. Ob auf dem Meer oder an Land. Es wimmelt von Mopeds, Rollern, Booten, Autos. Für 12 Kilometer muss man gut 1,5 Stunden rechnen und die Straßen sind zudem noch schmal und in schlechtem Zustand. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Jamaika war verrückt, La Paz und Guayaquil unerträglich, Denpasar toppt alles. Ob Links- oder Rechtsverkehr ist völlig unerheblich. Vielleicht  wäre auch hier eine Seilbahn sinnvoll? Oder aber einfach die Abschaffung des Individualverkehrs. Diesel ist subventioniert, der Liter kostet für Einheimische keine 50 Cent. Bis zu fünf Personen habe ich auf einem Moped gesehen. 

Doch das Land mit seinen 250 mio Einwohnern und 16 000 Inseln ist nicht nur vielfältig und wunderschön sondern eben auch unübersichtlich und irgendwie unregierbar. 

In aller Deutlichkeit erkennt man das an der vom jüngsten Erdbeben betroffenen Region in Sulawesi. Pula liegt über 1500 Seemeilen von Jakarta entfernt, ein Schiff braucht mindestes vier Tage für diese Strecke. Bisher haben wir in Indonesien nur ein Krankenhausschiff gesehen, das liegt derzeit in Bali. Trinkwasser ist überall knapp. Flughäfen gibt es zwar viele, aber die Orte sind oft nur über eine kleine Straße erreichbar und davon sind viele zerstört. Das Land ist meist nur in Küstennähe bewohnt, das Innland oft völlig unbegehbar. (Sämtliche Handymasten sind am Strand statt auf hohen Bergen montiert (was viel sinnvoller wäre), da es keine Straßen gibt, die hinaufführen.) Das Land lebt von seinem Meer. In einigen Gebieten gibt es Landwirtschaften, Reis, Obst, doch das nur auf den größeren Inseln. Die Kai Inseln, die wir zu Anfang besuchten, hatten als einziges Gemüse Algen, die sie auf großen „Beeten“ im Wasser anbauten. Dazu Fisch, Muscheln, Krabben und Kokosnüsse - die auch am Strand wachsen. 

Wir hingegen sind wieder alle fett gefressen, mit täglich Fleisch, Milchprodukten (für die Kinder gab es 500 ml Sahne pro Tag) und Teigwaren, hat sogar Frida ein kleines Bäuchlein bekommen. Im Restaurant hat Pius oft 1,5 Hauptspeisen gegessen dazu ein Dessert. Viele frische Früchte gab es dazu. Doch waren die Kinder auch bis zu sechs Stunden täglich im Wasser. Surfen, Bodyboard, Schwimmen. Sie konnten und können nie genug davon bekommen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Lilli (Dienstag, 04 Dezember 2018 17:29)

    Frieda du kannst aber schon sehr gut surfen � schaut toll aus viel Spaß mach weiter so ������❤️�