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Tanjung Puting / Kalimantan

Gerade sind wir zurück an Bord unseres eigenen Schiffes. Die letzen Tage haben wir auf einem Klotok im Urwald verbracht. Zusammen mit den Kiwi Summers sind wir durch braune und schwarze Flüsse geglitten und haben dabei Glühwürmchen, Kaimane, Makaken, Gibbons, Nasenaffen und Orang Utans bewundert. 

Am besten hat mir jedoch das Farbschema gefallen; statt weiß blau, wie immer auf See, hatten wir 48 Stunden braun grün - satt und saftig. Wunderbar!

Vielleicht erzählen Bilder hier die bessere Geschichte, doch wäre sie nicht vollständig. Was man als Tourist nicht zu sehen bekommt, und doch weiß aus Funk und Fernsehen, aus Nachrichten und Museen, sind die Gründe, warum es so große Schutzzonen für die natürlichen Urwaldbewohner braucht. Gold und Zinkminen und natürlich das allseits bekannte Palmöl, für welches die EU als Abnehmerin an erster Stelle steht, machen diese nötig. Ich möchte hier nicht als Superheronaturschutzheld auftreten oder die rote Moralkarte ziehen. Aber ich bin affensensibel. Vor allem Menschenaffen lösen in mir ganz komische Reaktionen aus. Es sind wohl Gestik und Mimik, Verhalten und naja, ich fühle mich ihnen immer so nahe, dass ich im Zoo Immer schnell an den Menschenaffen vorbeigehen muss. Orang Utan Mamas behalten ihre Kinder 5-8 Jahre am Körper. Sie bekommen nur alle acht Jahre Kinder und sind ebenfalls neun Monate schwanger. Sie bewegen sich als wären sie schwerelos. Steigen Bäume in 20-30 meter höhe hinauf, mit Kind auf dem Bauch und Bananen im Mund. Sie schälen das Obst mit den Lippen und spucken die Kerne aus. 

Gibbons sind so schnell, da viel kleiner, dass man sie kaum kommen sieht. Nasenaffen gibt es nur hier. Sie sehen ziemlich absurd aus und werden von den Indonesiern Dutch-Monkeys genannt (was wohl mit ihrer Besiedelung zusammenhängt und deren absurdem Aussehen zusammenhängt). Wie schon erwähnt, heißt Orang Mensch/Person und Utan (Hutan) Wald. Ein anderer Menschenstamm heißt Orang Rimba. Diese Affen sind also begrifflich für die Indonesier nur ein anderer Stamm. Das finde ich erneut rührend. 

Die Boote waren phantastisch, diese Klotoks. Man sitzt oben und schaut und schaut und ist gleichzeitig mitten drin. Die Kinder haben kopuliernde Nasenaffen (Pötershake, laut Pius) und jagende Kaimane gesehen. Dadurch dass wir zwei Familien waren, also neun Leute, hatten wir zusätzlich noch jede Menge Spaß, die Kinder haben pausenlos getobt und gespielt. Abends gab es Candlelight Dinner und um uns rum leuchteten Millionen von Glühwürmchen.  Nachts lagen wir unter riesigen Mückennetzen an Bord und haben den Urwaldgeräuschen gelauscht. Das habe ich mir schon immer mal gewünscht, es war herrlich.

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara (Mittwoch, 17 Oktober 2018 06:26)

    Die Erde hat euch wieder (gehabt) !
    Danke für den Bericht. Ja, wir Europäer haben ja nur so eine annähernde und mehr oder weniger verdrängte Vorstellung davon, wie wir immer noch die "Kolonien" ausbeuten....
    Menschenaffen? Orang Utans und Gorillas (ja, in zwei Wochen bin ich schon in Uganda! Ob wir allerdings Zeit haben werden die Gorillas zu besuchen, weiß ich nicht. Wir sind ja in der Musikschule) finde ich sehr faszinierend, diese menschlichen Gesichter! Das kleiner Affenvolk ist mir suspekt, da frech, schnell und unverschämt - so stelle ich mir das vor.
    Genießt Eure Reise weiter und habt noch viele schöne Begegnungen mit Menschen und Affen!