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Weltenwechsel

Wie kann man so einen Weltenwechsel eigentlich beschreiben? Mit welchen Mitteln, kann man ausdrücken, wie unterschiedlich so Leben und Umgebungen sein können?

Helfen da die Zahlen? (alle nach worldfactbook / CIA, 31.10.2018) 

In Singapur haben 82% der Bevölkerung Zugang zum Internet, in Indonesien 23%. In Singapur gibt es 2,3 Ärzte pro 1000 Einwohner, In Indonesien 0,2. 

2,1 Kinder werden in Indonesien pro Frau geboren, in Singapur 0,8. Nur 87% der Bevölkerung Indonesiens hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, in Singapur sind es 100%. Diese haben in Singapur auch Strom. In Indonesien haben 50 000 000 Menschen leider keinen. 

Für Müll auf den Boden werfen zahlt man 500 $, alles ist reglementiert, der Spaß ist vorüber. Im Bus zahlt man passend, Eis isst man keines dort und lustig findet hier niemand etwas. Vor allem für die Kinder, die bisher doch gut und gerne mit dem Gesetz des Dschungels klargekommen sind, ist das wieder eine ziemliche Umstellung. Dafür gibt es High-Speed Internet, keine Strände, Supermärkte mit Milchprodukten, keine Lagerfeuer, fließend Wasser, bakterienfreie Küchen, keine Sonnenuntergänge, sichere, leise und kühle Betten, unbegrenzten Strom aus Steckdosen, völlige Isolation und Anonymität, deutlich mehr Angebot als Nachfrage und mehr Gesetze als Zeit diese zu brechen.

Was soll ich sagen? Es hat exakt 24 Stunden gedauert, bis ich von Schiffsmensch auf Großstadtbewohner umgepolt war. Es ist so einfach. Gib mir acht Stunden Internet um mich u orientieren, gib mir ein Waxing und ein Kleid, Pediküre und eine Kreditkarte - da bin ich. Kinder gepflegt, Metroticket in Hand - los geht’s!

Wie vor drei Jahren in NY - weiße Frau mit zu vielen Kindern, alle schauen, alle urteilen - doch egal. Wir fahren in den Zoo, in den Botanischen Garten. Ins Science Museum und zur Autorenlesung. Wir gehen zum Arzt - seit einem Jahr - lassen Würmer aus Nikos Zeh entfernen, Peters Rücken richten, wir riechen gut - das ist schon lustig, nach so langer Zeit im eigenen Schweiß sieden.. Ich schwitze gern, wirklich. Lieber als dass ich friere, aber der Geruch auf so engem Raum, und die Kinder auch nach so langer enger und gemeinsamer Zeit noch kuschelbedürftig… da ist so ein bisschen Zitronenfrische nicht so schlimm. 

Wir stocken auf - eine neue Kamera hätten wir uns schon viel früher gewünscht - doch auch jetzt macht sie noch Spaß. Peter trifft alte Bekannte - man kann halt den man aus dem Business nehmen, aber nicht das Business aus dem man…

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Kommentare: 3
  • #1

    oma+opa aus graz (Sonntag, 04 November 2018 13:28)

    Willkommen in der ersten Welt. Die Unterschiede könnten nicht krasser sein. Franziskas anschauliche Reiseberichte liesen uns miterleben und erahnen, welche Abenteuer und Gefahren Ihr erlebt habt. Danke Franziska ! Umso mehr freut es uns, Euch gesund und munter wieder zu sehen. Viele liebe Grüße und Küsse von Oma u. Opa, wir umarmen Euch !

  • #2

    Burgi Strobl (Mittwoch, 07 November 2018 09:00)

    Kaum vorstellbar diese Gegensätze für uns - aber die Zahlen helfen.Und die Fotos! Danke für alles.
    Grüße an alle! Oma aus Bielefeld

  • #3

    Barbara (Freitag, 09 November 2018 19:17)

    Danke für Eure informativen Infos! Stellt Euch vor, auch ich habe gerade einen Weltenwechsel hinter mir: von Uganda wieder zurück nach Deutschland, von Masaka nach Passau! Sehr krass und es gibt viel zu erzählen von lernbegierigen Kindern (vielen), der Hölle in Kampala, der Fruchtbarkeit des Landes, vom Nil samt seinen Pferden und Krokodilen uns seinem Fall und von Musikschulen ohne fließend Wasser und Unterricht unter freiem Himmel!
    Singapur wirkt ehrlich gesagt auf mich etwas erschreckend..... aber genießt die Vorzüge und allles, was positiv für Euch dort ist!
    Alles Liebe von der Barbara und Pankraz