· 

No fear and loathing in KL

Kuala Lumpur ist eine Großstadt aus dem Bilderbuch. Es gibt alles hier. Orientalische Paläste, hinduistische Tempel neben islamischen Moscheen, Chinatown, einen Centralmarket, Hochhäuser und Slums. Es gibt überambitionierte Businessmenschen und schwindlige Ganoven, oft in ein und der selben Person. Angst braucht man hier nicht zu haben.

Auch wenn beim Zentralmarkt ein Mann aus dem Nichts auftaucht, mir an die Brust greift und gleichzeitig um Essen bettelt. Als Gegenleistung bietet er mir seinen nackten Pimmel an. Nein, Angst braucht man nicht zu haben, denke ich, denn faktisch ist der Mann halb so groß und halb so breit wie ich und wenn ich das Großsegel alleine hochziehen kann, kann ich ihn auch alleine niederstrecken, sollte er zudringlich werden. Statt dessen bestaunen wir aber lieber die Vielfältigkeit dieser Stadt, die nicht künstlich aus dem Nichts durch gesenkte Steuern und Bankenbrüderschaften entstanden ist, wo jeder Drogenbenutzer um sein Leben fürchten muss. Wir besuchen illegale Rooftopbars auf Hubschrauberlandeplätzen, königliche Paläste, die trotz Widerstand des Volkes für mehrere Milliarden Ringgit errichtet wurden und ausschließlich Repräsentationszwecken dienen, wir staunen über die architektonischen Gegensätze und wie friedfertig die vielen Religionen nebeneinander leben. Wir klettern über Hängebrücken, essen im Shangri-La mit Schokobrunnen Frühstück und drehen uns im restaurant des Fernsehturms um 360 Grad. Vielleicht fühlt es sich deshalb hier so vertraut an.

Doch kaum sind wir zurück auf dem Schiff holt uns die Angst ein: Letzte Nacht war eines der 139 Gewitter/Jahr dieser dafür so berüchtigten Region und auch wir sind diesmal nicht verschonte geblieben: Nach einem Blitzeinschlag sind zwei Drittel der Bordelektronik dahin und auch wenn der (kaputte) Motor noch startet, ist unklar, wann und ob wir weiterfahren können. Ob das das Ende unserer Reise ist?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0