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geh a geh eff ehh ehh

Alle Jahre kommen diese Zeiten - wieder - in denen wir all diejenigen Menschen beneiden, die nicht herumseglen müssen. Wir sitzen seit Wochen in 32 Grad, das Schiff in seine Einzelteile zerlegt, sieht es nicht so aus, als könnten wir in nächster Zeit losfahren. Nach wie vor sind die Päckchen, die uns das Christkind / FedEx bringt, ausschließlich Ersatzteile. 

Um uns herum sind fast alle Schiffe leer, jeder ist nach Hause geflogen zu Weihnachten, um die Familie zu sehen, um über Weihnachtsmärkte zu spazieren, sich mit Glühwein zu betrinken und um sich auf das jährliche Familiendrama vorzubereiten.  Außer leeren Schiffen gibt es noch kaputte Schiffe, denn lieblicherweise sind wir in einer riesige Boatyard ohne Toiletten, Duschen, oder Pool. Ohne Restaurants, Parks oder Spielplätze. Nur Hitze und Beton. Man schwitzt beim Sitzen, beim Schlafen, beim Lernen. Es ist zu heiß zum Kochen, zu heiß zum Essen. Weihnachtlich ist hier gar nichts. Wir haben keine Adventskalender, keinen Adventskranz. Keinen Baum, keine Kekse, keine Kerzen. 

Eine tropisch feuchte Hitze legt alles und jeden lahm, das Meer ist zu warm zum Schwimmen, wer es dennoch versucht, wir meist von hintertückischen Infektionen in Auge oder Ohr heimgesucht. Unsere bester Freundin ist Fanny, die neue Ventilatorin, die als einzige etwas Abkühlung verspricht. Meist hat man Kopfweh, oft einen leichten Schwindel, da der Körper so viel Flüssigkeit verliert, dass man täglich mehrere Liter trinken müsste. Auch Big Foot, die neue Kühlbox, hat einen dominanten Platz an Bord eingenommen und versorgt uns mit den so nötigen kühlen Getränken. 

Die treuen Kiwis sind noch an unserer Seite und helfen reparieren. Die fünf Kinder, denen die Hitze weniger zu schaffen macht, fahren Rad, gehen Angeln, spielen stundenlang zusammen. 

Und dennoch. Ich würde jetzt gerne mit ihnen in einer großen Küche viele Sorten Plätzchen backen. Würde gerne Geschenke kaufen und verpacken, würde basteln und singen und Flöte blasen. 

Pech für uns, Pech für die Kinder, Pech für Pechmarie - auch ohne Frau Holle

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara (Montag, 07 Januar 2019 18:39)

    Ach, Franziska! Das klingt wirklich tragisch.... Ich habe Euch jetzt tatsächlich für mehr als einen Monat schnöde verlassen - das hole ich aber jetzt nach und lese jeden Blog! Dem Niko nachmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Und wie gerne hätte ich Euch mit Adventskalendern, Weihnachtspäckchen, Vanillekipferln (ein paar sind noch da!) versorgt - aber wie? Ich warte sehnsüchtig auf ein Paket aus Uganda voll mit Avocados/Obst, das von einer Freundin und Ugandakollegin nach Regensburg transportiert wurde und von ihr letzte Woche schon abgeschickt - und es kommt nicht! Die Post ist auch nicht mehr das, was sie mal war und vermutlich bekomme ich nur noch Pampe. Wie traurig!