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Schön, so schön war die Zeit!

Vor 22 Jahren genau war ich zuletzt in Thailand. Damals gab es dort nicht viel mehr als ein paar Inseln, nette Menschen gutes Essen und klares Wasser. 

Alles ist gleich geblieben. Genau das gibt es auch heute noch - außer vielleicht das klare Wasser. Meist ist es eher bräunlich und vor allem gibt es einfach überall Quallen. Quallen-Qualen, um genau zu sein. Gibt man bei Google "Quallen Thailand“ ein, bekommen man mehr Treffer als bei „Jair Bolsonaro“ - auch wenn er definitiv mehr Schaden anrichtet. 

Was bleibt sind die wunderbaren Menschen, die Ehrlichkeit, die Freundlichkeit, die Zugewandtheit - ich spreche hier von Thailand, nicht von Brasilien. 

Ich sprechen von Essen, das seinesgleichen sucht - sowohl preislich als auch qualitativ, von Stränden, die nichts von ihrer Fünf-Stern-Hotel-Ferne eingebüßt haben und sich nach wie vor hippie-esk und unberührt anfühlen. 

Die Inseln, die es seit Jahrzehnten schaffen, Tourismus und authentisches Eilandleben zu vereinen, die Orte im Süden, deren Bevölkerung kein Wort, nicht mal einen Laut Englisch spricht und die dennoch lachen und strahlen und sich zu helfen wissen, wenn zwei deutsche Frauen in einem viel zu großen Auto viel zu schnell um die Ecke biege, Treibstoff fordern, dessen Namen und Nummer sie nicht wissen, alle Wertgegenstände, Handys und Computer im Auto liegen lassen, während sie auf ein fernes WC eilen, da sie wissen, dass einem hier sicherlich nichts genommen wird - anders, als die Szenen, die sich derzeit im nicht so fernen Langkawi abspielen. Szenen, die denen in Panama, Linton Bay vor genau einem Jahr nicht so unähnlich sind. Das Schiff an Land, das plötzlich Ort eines Einbruchs wird - alle Lampen, alle Angeln, alle für uns so selbstverständlich zum Leben gehörenden Dinge, die hier plötzlich Teil des Überlebens werden - für andere. Und während Peter und Brent mit diesen Unannehmlichkeiten kämpfen, mit Reparatur, Konsequenzen des Einbruchs und Entdeckung von Folgeschäden, während Andrea täglich fünf Kinder betreut und bekocht - während all diesem Chaos sitze ich mit Maja an einem Strand nach dem nächsten, ein roter Sonnenuntergang folgt auf den anderen und wir genießen die scharfen Thai-Speisen und die Erinnerungen der dreieinhalb vergangenen Jahrzehnten.

Schön ist das!

Doch jetzt sind wir zurück, kämmen Fridas zerzauste Haare, hören Geschichten und Dramen der vergangenen Woche, führen Maja ein in unser Booteten, unseren Cruiseralltag, machen sie mit unseren Begleitern bekannt, unserer neuen Wasserfamilie.

Hoffentlich sind wir bis Sonntag wieder im Wasser, hoffentlich bekommen wir den Tropensturm, der derzeit auf Thailand zu rast, viel zu weit südlich, viel zu stark, nicht zu sehrt zu spüren- hoffentlich können wir am Monat gemeinsam Richtung Thailand aufbrechen und noch Tauchen gehen. Denn nun, das spüre ich deutlich, ist nun, nach all den Jahren auf dem Wasser, die Welt im Wasser dran.

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Kommentare: 2
  • #1

    Sigrid (Sonntag, 06 Januar 2019 14:56)

    Danke für die tollen Reiseberichte mit den wunderschönen Fotos. Wir wünschen Euch ein gutes Neues Jahr und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

  • #2

    Barbara (Montag, 07 Januar 2019 19:06)

    Quallen verstehe ich, aber was ist Jair Bolsonaro?? Ich hätte noch viele Fragen, aber das werden wir mal in mehreren Tagen live nachholen müssen, denn wenn ich einen Blog gelesen habe (wie heißt denn ein Teil vom Blog?? Blog ist doch das Gesamte , oder?), habe ich schon wieder vergessen, was ich fragen wollte.... nur das schwierige Wort habe ich mir gemerkt! Ja, von Thailand schwärmen immer alle und ich finde es schön, dass Ihr es so durchlebt habt! Der Einbruch? So blöde.... tut mir echt leid.