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Auf nach Thailand - aber wie?

Nach gewohnter Manier dauert auf dem Schiff alles immer länger als man denkt. Statt wie geplant am Donnerstag ins Wass zu kommen, liegen wir auch heute noch an Land. Als ich gestern aufs Schiff kam, um die Einkäufe zu verstauen, da wir heute losfahren wollten, dachte ich kurz, mich trifft der Schlag. 

Nicht nur wurde ja eingebrochen, alle Lampen und Angeln gestohlen - es ist auch einfach noch fern von fertig. Der Badezimmerboden hat zwei Löcher, die eigentlich mit Sensoren gefüllt gehört hätten, der Rumpf vorne wurde vergessen zu lackieren, alles ist mit Dreck, Staub und Öl überzogen - ich habe keine Ahnung, wie wir das schaffen sollen. Gestern habe ich schon drei Stunden geputzt und geräumt, getragen und geschoben. Ich habe gewaschen und Betten bezogen, Schränke sortiert und Lebensmittel gebunkert. All das, während das Schiff im Kran hängt - es ist so absurd, aber zum Glück gewöhnt Mans ich während des Reisens vor allem an das Absurde und hält es für ganz normal. 

Ja, in der Ferne entfremdet man sich. Während wir anfangs noch von Schweinebraten und frischen Semmeln träumten, kann ich mir jetzt ein Leben ohne Roti, Laksa und Mee Goreng nicht mehr vorstellen. Ich habe mich voll und ganz auf die asiatische Küche umgestellt, unsere kommt mir jetzt nur noch fettig, plump und mästend vor. 

So ein frisches Kokoscurry mit Reis, Papayasalat oder Ingwershrimps - wer will das noch gegen Fleisch, Butterbrot und Kartoffeln eintauschen? 

Nur das Kochen dieser Gerichte muss ich noch lernen. Vielleicht schaffe ich in Thailand einen Kochkurs. Dorthin geht es jetzt zumindest erstmal. Wir treffen Maja auf Koh Lipe, die zum Tauchen schon mal vorgefahren ist. Dort soll das einzig klare Wasser in dieser Region sein und wir freuen und auf Schwimmen und Schnorcheln im Meer. Auch darauf, mal wieder Wind in den Segeln zu haben und uns frei dahin zu bewegen. Zu gleiten, ohne Motorengeräusch, zu schaukeln ohne Quietschen, den Blick auf die vorbeiziehende Landschaft - ohne das Rattern der Schienen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara (Montag, 07 Januar 2019 19:13)

    Da bin ich ja auch gespannt, wie ihr da weiterkommt und vor allem, wann.
    Natürlich muss ich meine geringfügigen - für mich aber sehr wichtigen - Fernerfahrungen auch beisteuern, meinen afrikanischen Senf zu geben: ich kann das so gut verstehen! Nach etwa 10 Stunden im Kleinbus bei Hitze und Enge über immer schlechter werdende Straßen, ständigem entsetzlichem Lärm, fliegenden Koffern und herabsegelnden Geigenkästen (jaja, der Himmel hängt voller Geigen, aber an die Kästen hat keiner gedacht...) und meiner großen Fantasie, die mir sagt, der Bus MUSS mindestens einen Achsbruch erleiden und zwar dann, wenn die Straße mal einigermaßen geht und der Fahrer Vollgas gibt...war die Bootsfahrt auf dem Nil ein absoluter Traum! Wie im Märchen! Und dazu eine Nile Special - gekühlt! Wunderbar! So leise, so ruhig, so glatt - und dabei war es gar kein Segelboot.