· 

Ruhe und Entscheidungen

Nach einem kurzen doch sehr entspannenden Urlaub auf Koh Lipe, Segeln, Tauchen, Strand und Bars, erst mit, dann ohne Maja, sind wir derzeit auf dem Weg zurück nach Langkawi. Um ein Thai Visa zu bekommen, müssen wir zunächst das Land verlassen und in Penang, MY,  bei der Botschaft eines beantragen. 

Mit Zeit und Ruhe fallen Entscheidungen, zumindest aber zeichnen sich Tendenzen ab. Und so gibt es nun vielleicht für einige gute Nachrichten - wir kommen 2019 zurück nach Europa!

Das Schiff wird wohl hier verkauft, es gibt tatsächlich schon ernste Interessenten, ohne dass wir Philocat je aktiv auf den Markt gebracht hätten - einen Australier aus Sydney, der unser Schiff gerne in seiner Racing Charter Fleet hätte. Wäre toll für uns, da wir unser Schiff ohne Aufwand und Verantwortung weiterhin nutzen könnten und die Region um Sydney, Australien generell toll ist. Auch könnten wir von dort weiter nach Neuseeland oder Tasmanien und müssten nicht jedes Jahr im Mittelmeer ohne Wind die gleiche Strecken fahren. 

Wir werden wohl, wie ursprünglich geplant, längere Zeit in Phuket und Umgebung bleiben, das Schiff in Ruhe ausräumen, für den Verkauf vorbereiten, die Kinder noch mal in eine internationale Schule schicken, damit wir nicht nur ihr Englisch etwas manifestieren sondern sie auch auf einen Alltag vorbereiten, der ihnen nach diesen Jahren auf See möglicherweise absurd, vor allem aber fremd erscheinen wird. An Bord haben wir mittlerweile mehrere hundert Kilo Hab und Gut angesammelt, die Hälfte davon vermutlich Bücher, die mit nach Europa wollen. Die müssen sorgfältig verpackt und versendet werden, die Kleidung können wir wohl sanft entsorgen - der GrottyYachtie kommt nicht von ungefähr.

Und die Gefühle? Naja, gemischt eben! Das erste Jahr war harte Arbeit, das nächste halbe Anstrengung pur. Das letzte halbe war Urlaub. An den schönsten Orten dieser Welt. Das Segeln ein reines Vergnügen, das Essen ein Genuss, die Menschen vertraut und freundlich. Warum sollten wir das hergeben? Für grau, kalt, bürokratisch und funktional? Wie wird man je wieder im einen statischen Alltag finden, nachdem man vom Wind um die Welt geblasen wurde?

Ich weiß es nicht!

Wie heißt es so treffend in diesem berühmten Schlagerlied: Alles hat ein Ende, nur die Welt hat keines?

Naja, neben viel Bedauern freuen wir uns auch ein bisschen auf die Würste von Tante Frida, auf die Pferde von Marlies und auf die Bewegungsfreiheit der eigenen Beine.

Was die Zukunft bringen wird, weiß eh niemand und danach zu fragen wäre vermessen. Ein paar Monate bleiben uns noch im türkisen Paradies der Andamanen See, in der Weite des Himmels und der pluralen Welten der Inseln. Wir essen also täglich unser Curry, trinken Mangosaft und Chang Bier. Wir lernen nun ein bisschen Thai, vor allem die Schrift ist gar so schön, und üben uns in den tonalen Varietäten einer uns völlig fremden Sprache.

Im Sommer 2019 werden wir uns wohl irgendwo in Europa alle wiedersehen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Burgi Strobl (Sonntag, 13 Januar 2019 09:35)

    Viele graue (Wetter!) Sonntagsgrüße von einer Oma, die sich schon vorsichtig auf ein Wiedersehen in 2019 zu freuen anfängt. Burgi