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Man gewöhnt sich an alles

Sechs Landtage, vier Schultage liegen hinter uns und so langsam entsteht ein Rhythmus, eine Melodie im Landleben. Die Kinder gehen wahnsinnig gern zur Schule, fast schon haben wir ein schlechtes Gewissen, dass sie so lange mit uns lernen mussten.

Es ist eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits ist es eine Wahnsinnserleichterung nicht mehr 24 Stunden für die Kinder verantwortlich zu sein, für ihre Zeiteinteilung, ihr Wohlbefinden, ihr Entertainment, andererseits heißt es aber auch, dass nun wieder die Einflüsse von außen kommen. Bisher habe ich, haben wir entschieden, was sie wie lernen, wir haben über Politik gesprochen und über Geschichte. Das sind keine neutralen Themen für mich. Natürlich ist der Unterricht dann gefärbt.

Das Lernen in der Montessori Schule ist zwar sicherlich nicht konventionell, doch ist es eine Schule mit Öffentlichkeitsrecht und so gehört das morgendliche hissen der Thaiflagge sowie das Singen der Nationalhymne genauso zum Alltag, wie die Traditionen und Lebensweisen in Thailand. 

Lustigerweise kommt, Miss Micha, Fridas wunderbare Lehrerin aus Montego Bay, Jamaica und wir haben schon einige gemeinsame Bekannte gefunden.

Miss Ritu, die Lehrerin der Upper Elementary School ist Inderin und ebenso streng wie klug. Wir sind sehr zufrieden mit der Schulwahl und freuen uns, dass Niko, Pius und Frida nun so viel Zeit mit Gleichaltrigen verbringen, in den Pausen im großen Garten Spielen können und Elefantenscheiße mit Kuhscheiße zum Düngen der Pflanzen mischen, dass sie Englisch lesen, schreiben und rechnen können und Kinder aus allen Ländern um sich haben.

Die Kiwis sind noch in der Marina und täglich holen wir die Kinder schon um 12 ab, damit sie noch mit ihren Freunden aus Neuseeland spielen können und die letzten Nachmittage gemeinsam genießen. Wir fahren zum Strand, spielen am Pool und kochen abends gemeinsam in der Wohnung. 

Alles sehr friedlich. Mittlerweile! Denn anfangs war es schrecklich stressig. Kaum war das Schiff online, gab es die ersten Interessenten, es ist schier unglaublich, wie schnell sich so etwas rumspricht. Wir haben sogar schon einen Favoriten - aber mehr wird noch nicht verraten.

Jedenfalls haben Brent, Andrea, Peter und ich fast 12 Stunden täglich geputzt und geölt, ausgeräumt und ausgeräuchert - hatten wir doch mehr Kakerlaken an Bord, als erwartet... und während Philocat nun wie neu ist und in Ruhe besichtigt werden kann, gönne ich mir eine kleine Verschnaufpause. 

Neben dem morgendlichen Schwimmen und Yoga, schreibe ich weiter an meinem Buch, lerne fleißig Thai, was mir beides riesen Spaß macht und freue mich an dem herrlichen Wetter, dem leichten Wind, dem Ausblick auf Bäume, Meer und Schiffe und dieser neuen Phase unserer Reise. 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Burgi (Montag, 18 Februar 2019 11:38)

    Ihr Lieben,
    das hört sich ja alles richtig aufregend an - das Schiff schaut aus wie neu, die Kinder zufrieden. toll, dass sie sich auf diesem Weg Englisch aneignen!
    Liebste Grüße, Burgioma