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วันมาฆบูชา

Heute ist ein buddhistischer Feiertag, Makha Bucha, wenn man es lautsprachlich transkribieren möchte. wobei hier noch die Tonhöhen eine Bedeutung spielen. Ja, stundenlang arbeite ich mich täglich durch die thailändische Sprache. Nicht nur ist die Schrift so wunderschön, sie ist auch einfach faszinierend anders. Ohne Konjugationen, Tempora, Numeri und Kasus kommt sie aus, dafür gibt es neben 44 Konsonanten auch 32 Vokale und fünf Tonzeichen für die fünf unterschiedlichen Tonhöhen. 

Geschrieben wird nicht linear sondern tauchen Vokale unter, über oder um Konsonanten herum auf und die Wörter werden nicht durch Leerzeichen getrennt. Es gibt keine Interpunktion, Fragepartikel ist "mai" und wenn man in der falschen Höhe ausspricht, heißt es entweder nicht oder Meile oder Holz oder brennen.

Toll!

Aber schreiben wollte ich über ganz andere Dinge. Über frei haben und über Alltag.

Erst jetzt kehren wir so langsam in eine Struktur, einen Alltag ein. Schweren Herzens haben wir uns am Sonntag von den Kiwis getrennt, die zurück nach Malaysia müssen und so traurig das ist, es öffnet auch Raum für neue Menschen, neue Aktivitäten. Für  Philocat wird ein gutes Angebot abgegeben und wir gewöhnen uns langsam daran, dass wir in Zukunft wohl ohne Boot sein werden - so traurig das ist.

Es beginnt also eine neue Zeit, eine Zeit, die die Vorteile vom Landleben mit den Nachteilen vereint. So wurde ich schon von der Polizei gestoppt und verwarnt - nur weil ich über eine klitzekleine rote Ampel gefahren bin, so wie jeder hier, die Nachbarn haben sich schon über uns beschwert, weil die Kinder so laut sind und wir haben uns mit der Immigrationsbehörde gestritten - es ist also alles beim Alten an Land, egal in welchem.

Dafür hatten wir heute Feiertag, richtig frei, zusammen als Familie: Karten spielen am Morgen, dann putzen, essen gehen - Schlittschuhlaufen - kein Witz - und gemeinsam Schwimmen. Ein wunderbarer Tag - kein Bootsstress, keine Besorgungen, keine Jobs, die es noch mal eben so zu erledigen gilt und die dann wider Erwarten den ganzen Tag dauern... voll frei!

Ach ja, falls jemand von Euch gerade auch viel frei hat: Ich entdecke derzeit die Freude des Parallellesens: Die Rote Zora (Held) und Die Feuerrote Friederike (Nöstlinger) für Kinder und für Erwachsene: Qualityland (Kling) und Homo Deus (Harari).

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Kommentare: 1
  • #1

    Burgi Strobl (Sonntag, 24 Februar 2019 09:27)

    o, dann muss man für Thailändisch ja richtig musikalisch sein, um die Tonhöhen zu treffen. wirklich faszinierend.
    Nach wie vor hört sich - auch ohne Boot - euer Leben ziemlich aufregend an.
    Liebste Grüße, Burgioma