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Farangs und Halbkinder (ลูกครึ่ง)

Während wir ja bisher eher an der Fingernageloberfläche der besuchten Länder gekratzt haben, dürfen wir in Thailand etwas tiefer blicken. Neulich beim Immigrationsbüro überlegten wir, unsere Visa zu verlängern. Da sich die Beamten aber so dermaßen ungut darstellten und uns wieder einmal schmwezhaft deutlich gemacht wurde, dass wir hier nicht nur in einer Militärdiktatur leben sondern auch in einem der korruptesten Ländern der Welt, entschieden wir uns dagegen. Wir gingen in ein nahe gelegenes Café zum Mittagessen und fanden uns im 1979er Mai Ling Sketch von Polt.

"Die Männer mit Frauen aus Thailand schneiden in fast allen Kategorien am schlechtesten ab: Sie haben am längsten nach einer Frau gesucht, sind schlechter gebildet, haben weniger Geld, gelten als sozial weniger verträglich, sind überdurchschnittlich häufig fettleibig und zum Zeitpunkt der Hochzeit deutlich älter als alle anderen. " (FAZ 10.12.2011)

Und genauso ist es in diesem Restaurant. Es sitzen ausschließlich rundiche ältere Männer mit mehr oder weniger attraktiven thailändischen Frauen hier, die wohl alle um die Visumsverlägerung ansuchen. Ein Farang (Bezeichnung für weißhäutige Ausländer, auch Guave vs. แขก (Khaek) Gast;  für asiatische Besucher) darf in Thailand beleiben, wenn er a) verheirtatet ist oder b) über 50 und mehr als 30 000€ auf einem Thai Konto hat. Dieses Geld von einem Thai Konto jedoch wieder ins Ausland zu transferieren, ist sehr viel schwieriger als man denkt...

Mal ehrlich, mit beinah 40 Mio besuchern jährlich bei 60 Mio Einwohnern kann man der thailändischen bevölkerung eine gewisse Abneigung gegen Westler nicht vorwerfen. Die Farang, prozentual hauptsächlich Russen, benehmen sich wirklich gewöhnungsbedürftig, vor allem auf so einer kleinen Insel wir Phuket, wo jährlich 10 Mal so viele Touristen wie Einwohner hinkommen. Motorradfahrten in Unterhose und BH sind ebenso normal, wie die täglichen Jetskiunfälle. Das Wasser ist knapp, die Insel überfüllt, das Meer verschmutzt. 

Dass sich da gewissen Resentiments bilden, ist wohl selbstverständlich. Die Kinder, die aus Farangehen hervorgehen, heißen deshalb ลูกครึ่ง, Luk Kruegh, wörtlich: Halbkind. Und dass die Thai entsprecvhend nicht besondern scharf darauf sind, dass man als Ausländer auch noch ihre "Geheimsprache" lernt, kann ich auch bis zu einem geiwssen Grad verstehen. Die Perspektive auf Frauen thailändischer Herkunft scheint sich seit 1979 auch nciht weiterentwickelt zu haben, im Gegenteil, Polt scheint hier beim Wort genommen zu werden.

Recherchiert man diesbezüglich im Internet, z.B. Thaifrauen.de (aus Bielefeld :-() wünscht man sich, dass auch diese Menschen in einer Geheimsprache kommunizieren würden, so dass man ihre haarsträubenden Verallgemeinerungn und rassistischen Beschreibungen nicht verstehen könnte.

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